Als die 16jährige Kanzlerschaft Helmut Kohls nach der Bundestagswahl 1998 endete, war sich die deutsche wie die internationale Öffentlichkeit in dem Urteil einig, daß damit auch eine Ära ausklang. Wie nur Konrad Adenauer vor ihm hat Kohl in vier Legislaturperioden die Politik der Bundesrepublik Deutschland in Europa und in der Welt geprägt. Als Staatsmann fand er weltweite Anerkennung.Mit der Wiedererlangung der Deutschen Einheit und der Schaffung der Europäischen Union hat er sich einen dauernden Platz in der Geschichte gesichert. Zu den Leistungen seiner Regierung gehören aber auch maßgebliche wirtschaftliche und soziale Reformen. Die "Ära Kohl" begann ordnungspolitisch im Zeichen der Sozialen Marktwirtschaft mit Rentenreform, Steuerentlastung und Senkung der Staatsquote; sie verzeichnet ökologiepolitische Meilensteine wie die Entwicklung schadstoffarmer Autos und Kraftwerke oder die Bildung des Umweltressorts. Mit Maßnahmen für mehr Wachstum und Beschäftigung wurde der Wirtschaftsstandort Deutschland im globalen Wettbewerb um Investitionen und Arbeitsplätze gestärkt. Die Politik der Privatisierung von Post und Bahn ermöglichte Strukturreformen, die der Entwicklung zur Informationsgesellschaft Rechnung trugen. Ein besonderer Schwerpunkt der Regierungspolitik bildete der Aufbau Ost, der im Laufe des Transformationsprozesses größere Schwierigkeiten machte, als im Anfangsstadium der Einheit prognostiziert wurde.Für eine historische Epochenbilanz ist es noch zu früh. Tagespolitik und Parteienwettbewerb verwischen die Erinnerung an erbrachte Leistungen. In der Flut des Neuen und Aktuellen beschleunigt sich das Vergessen. Möglich und nötig ist jedoch ein sachliches Dokumentieren. Politische Bildung und politisches Interesse brauchen die sichere Orientierung an Daten und Fakten von längerfristiger Bedeutung. Unser Beitrag stellt dazu objektive Dokumente und Sach- informationen zur "Ära Kohl" 1982 bis 1998 bereit