Glen Weyl
Generative KI wird schneller eingeführt, als sich die damit verbundenen Steuerungs-, Abstimmungs- und Eigentumsstrukturen anpassen können. Vorstände müssen nun entscheiden, welche KI-Systeme einen Platz am Entscheidungstisch erhalten, wer die Verantwortung trägt, wenn diese Systeme die öffentliche Meinung beeinflussen, und wie Legitimität aussieht, wenn ein Modell mit mehr Autorität sprechen kann als ein Führungskraft. Die schwierige Frage ist nicht mehr, ob KI eingesetzt werden soll. Es geht vielmehr darum, wie menschliche Institutionen dabei ihre Glaubwürdigkeit bewahren können.
Glen Weyl ist Politökonom bei Microsoft Research und unterstützt Regierungen, KI-Forschungslabore und Gremien dabei, Regeln zu entwickeln, die die Glaubwürdigkeit demokratischer Institutionen im Zuge der zunehmenden Verbreitung generativer KI gewährleisten.
Full Profile
Warum Unternehmen mit Glen Weyl zusammenarbeiten
- Er fungiert als verbindendes Bindeglied zwischen drei der wichtigsten Persönlichkeiten in dieser Debatte: Vitalik Buterin zu Ethereum und Web3, Jaron Lanier zu KI und Daten sowie Audrey Tang zu Civic Technology. Führungskräfte erhalten so einen gemeinsamen Raum mit dem Netzwerk und müssen nicht drei separate Gespräche führen.
- Er ist Mitentwickler des quadratischen Wahlverfahrens und des quadratischen Finanzierungsmodells – Mechanismen, die heute in Krypto-Ökosystemen, bei Bürgerhaushalten und in Innovationsfonds von Unternehmen zum Einsatz kommen. Vorstände, die sich mit partizipativer Kapitalallokation befassen, orientieren sich an seiner Arbeit, oft ohne es zu wissen.
- Er leitete im Office of the CTO bei Microsoft die Arbeit an der OpenAI-Partnerschaft und leitet heute das „Plural Technology Collaboratory“ von Microsoft Research. Er hat aus erster Hand miterlebt, wie die weltweit größte KI-Partnerschaft gesteuert wird, und kann offen darüber sprechen.
- Sein Buch „Radical Markets“, das er gemeinsam mit dem Rechtsprofessor Eric Posner von der University of Chicago verfasste, wurde 2018 zum „Economist Book of the Year“ gekürt und hat die Art und Weise verändert, wie seriöse Ökonomen über Eigentum, Abstimmungen und Kartellrecht in einer digitalen Wirtschaft diskutieren.
- Er spricht dieselbe Sprache wie politische Entscheidungsträger in Taiwan, der EU und im US-Finanzministerium, was ihn für Organisationen, deren KI-Engagement auch ein regulatorisches Risiko darstellt, besonders wertvoll macht.
Wichtige Stationen seiner Laufbahn
- Gründer und Forschungsleiter des „Plural Technology Collaboratory“ bei Microsoft Research.
- Ehemaliger Politökonom und Sozialtechnologe im Büro des CTO bei Microsoft, unter anderem im Führungsteam für die Zusammenarbeit mit OpenAI.
- Mitautor von „Radical Markets“, Princeton University Press, 2018; ausgezeichnet als „Economist Book of the Year“.
- Mitautor zusammen mit Audrey Tang von „Plurality: The Future of Collaborative Technology and Democracy“, 2024.
- Gründer der RadicalxChange Foundation; Mitbegründer und Vorsitzender des Plurality Institute; Mitbegründer des Harvard GETTING-Plurality Research Network.
- Von CoinDesk, WIRED und Bloomberg Businessweek in deren jeweiligen Listen der einflussreichsten Persönlichkeiten der Technologiebranche aufgeführt, 2018.
Biografie
Die meisten Institutionen, die für die industrielle Wirtschaft konzipiert wurden, haben keine gute Antwort auf generative KI. Wahlsysteme, Eigentumsregeln, Kartellrecht und Unternehmensführung wurden alle für eine Welt geschrieben, in der die mächtigsten Akteure in einem Raum Menschen waren. Glen Weyls Karriere ist geprägt von dem beharrlichen Versuch, diese Institutionen für eine Welt neu zu gestalten, in der dies nicht mehr der Fall ist.
Sein 2018 gemeinsam mit Eric Posner verfasstes Buch „Radical Markets“ wurde von The Economist zum Buch des Jahres gekürt und löste in seriösen politischen Kreisen eine neue Debatte über Eigentumsrechte, Abstimmungen und Kartellrecht aus. Aus dieser Arbeit gingen das „Quadratic Voting“ und – gemeinsam mit Vitalik Buterin – das „Quadratic Funding“ hervor. Beide werden mittlerweile in kommunalen Haushalten und Web3-Ökosystemen praktisch eingesetzt, darunter auch in von Ethereum finanzierten Projekten.
Bei Microsoft war er im Büro des CTO tätig, als die Beziehung des Unternehmens zu OpenAI zu einer der folgenreichsten kommerziellen Vereinbarungen in der Technologiebranche wurde. Heute leitet er das „Plural Technology Collaboratory“, ein Sonderprojekt von Microsoft Research, das sich mit der Funktionsweise demokratischer Gesellschaften im Zeitalter generativer KI befasst. Dabei arbeitet er mit Audrey Tang aus Taiwan, der Harvard-Universität sowie zivilgesellschaftlichen Gruppen wie dem „Collective Intelligence Project“ zusammen.
Sein 2024 gemeinsam mit Tang erschienenes Buch „Plurality“ wurde offen auf GitHub verfasst und von Freiwilligen in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt – ein ungewöhnlicher Beweis dafür, dass die darin enthaltenen Governance-Ideen in der Praxis tatsächlich funktionieren. Für einen Vorstand, der versucht zu entscheiden, was KI-Legitimität innerhalb der eigenen Organisation bedeutet, macht ihn diese Bilanz zu einem der wenigen Menschen weltweit, die es wert sind, mit an den Tisch geholt zu werden.
Wichtige Vortragsthemen
- Generative KI und demokratische Institutionen
- Pluralität und kollaborative Technologie
- Quadratisches Abstimmverfahren und quadratische Finanzierung
- Web3, dezentrale Identität und digitales Eigentum
- Kartellrecht und Wettbewerb zwischen Plattformen
- Daten als Arbeitskraft und die Ökonomie des KI-Trainings
Ideal für
- Vorstände und CEOs, die Strategien zur KI-Governance und zu Partnerschaften festlegen
- Vertreter von Regierungen, Aufsichtsbehörden und Zentralbanken zu den Themen KI und digitale Politik
- CTOs und Chief AI Officers, die an Rahmenbedingungen für die Legitimierung und den Einsatz von KI arbeiten
- Stiftungen, philanthropische Kapitalgeber und Corporate-Venture-Fonds, die ihre Finanzierung von Gemeingütern überdenken
Ergebnisse für die Zielgruppe
- Ein klareres Bild davon, wie KI-Partnerschaften in der Größenordnung von Microsoft und OpenAI tatsächlich gesteuert werden.
- Ein Arbeitsvokabular für quadratisches Abstimmungsverfahren, quadratische Finanzierung und Mehrheitswahlrecht mit konkreten Beispielen dafür, wo die jeweiligen Verfahren zum Einsatz kommen.
- Ein schärferes Gespür dafür, in welche Richtung sich die aktuelle Kartell-, Daten- und KI-Regulierung in den USA, der EU und Asien entwickelt.
- Konkrete Gestaltungsideen für partizipative Entscheidungsfindung in großen Organisationen – keine allgemeine Theorie der Bürgerbeteiligung.
Vorträge
Eine direkte Auseinandersetzung damit, wie generative KI Macht konzentriert und die öffentliche Meinung prägt – und was demokratische Gesellschaften dagegen tun können.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Die spezifischen Risiken von Täuschung und Vereinnahmung in der KI-vermittelten Kommunikation.
- Wie Taiwan und andere „Civic-Tech“-Länder in der Praxis darauf reagieren.
- Gestaltungsprinzipien für den Einsatz von KI, die die institutionelle Legitimität schützen.
Ein praxisorientierter Vortrag über kryptografische Identität, Herkunftsnachweis und Vertrauensinfrastruktur als Schutz vor KI-gestützter Manipulation.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Warum bestehende Identitätssysteme gegenüber generativer KI versagen.
- Erkenntnisse aus Web3, die sich auf Unternehmens- und Gesellschaftsbereiche übertragen lassen.
- Was Vorstände und CISOs jetzt von ihrem Identitäts-Stack verlangen sollten.
Der Miterfinder erläutert, wie „Quadratic Funding“ funktioniert und wo es zum Einsatz kommt – von Ethereums Gitcoin bis hin zu Bürgerhaushalten.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Die mathematische Intuition hinter der optimalen Finanzierung öffentlicher Güter.
- Aktuelle Beispiele aus den Bereichen Kryptowährung, Philanthropie und öffentlicher Verwaltung.
- Wie Unternehmen das Modell auf interne Innovationsfonds anwenden können.
Ein politikrelevantes Plädoyer zu Daten, Plattformen und der nächsten Generation der Wettbewerbsregulierung.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Warum aktuelle kartellrechtliche Rahmenbedingungen mit der Ökonomie von Plattformen überfordert sind.
- Das Konzept „Daten als Arbeitskraft“ und seine wirtschaftlichen Auswirkungen.
- In welchen Punkten sich die Regulierungsbehörden in den USA, der EU und Asien annähern und in welchen sie auseinandergehen.