George Papandreou

Vorstände treffen heute Entscheidungen über Kapital, Versorgung und Personal in einem Europa, dessen institutionelle und fiskalische Grundlagen offen umstritten sind. Der Euro hat sich 2011 gehalten, doch die durch diese Krise offenbarten politischen Risse haben sich vertieft: zunehmender Populismus, schwindendes Vertrauen in die Regierung und ein Kreislauf der Staatsverschuldung, der noch nicht durchbrochen wurde. Die politischen Entscheidungsträger benötigen Einblicke aus erster Hand darüber, wie sich die europäischen politischen Systeme unter akutem wirtschaftlichem Druck verhalten und was dies für das nächste Jahrzehnt voller Herausforderungen bedeutet.

George Papandreou ist der ehemalige Ministerpräsident Griechenlands, der das Land durch die Schuldenkrise der Eurozone geführt hat und Führungskräften dabei hilft, die politischen und wirtschaftlichen Risiken in Europa aus der Perspektive der Entscheidungsträger zu verstehen.

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Warum Unternehmen mit George Papandreou zusammenarbeiten

  • Er hat eine G20-Volkswirtschaft durch die akuteste Phase der Eurokrise geführt. Seine Schilderung der Verhandlungen mit dem IWF, der EZB und der Europäischen Kommission ist praxisorientiert und nicht theoretisch.
  • Er hatte die beiden Ämter inne, die die griechische und europäische Außenpolitik prägen – Ministerpräsident und Außenminister –, was ihm einen ungewöhnlichen übergreifenden Einblick darin verschafft hat, wie europäische Institutionen tatsächlich Entscheidungen treffen.
  • Als Präsident der Sozialistischen Internationale baute er 16 Jahre lang Beziehungen zu Regierungschefs von mehr als hundert Parteien weltweit auf und pflegte diese, was seine Einschätzung politischer Risiken außerhalb Europas prägt.
  • Seine derzeitige Funktion als Generalberichterstatter für Demokratie im Europarat versetzt ihn mitten in die aktuelle Arbeit zum demokratischen Rückschritt in 46 Mitgliedstaaten – er kommentiert diese nicht von außen.
  • Er vertritt eine konkrete, klar formulierte These zur Eurozone, nämlich dass deren Architektur unvollendet ist und die politische Legitimität der Währungsunion die eigentliche einschränkende Kraft darstellt, und ist bereit, diese These öffentlich zu vertreten.

Wichtige Stationen seiner Laufbahn

  • Ministerpräsident von Griechenland, Oktober 2009 bis November 2011, während der ersten Staatsschuldenrettung innerhalb der Eurozone.
  • Außenminister Griechenlands, 1999 bis 2004, in der Zeit der diplomatischen Annäherung zwischen Griechenland und der Türkei.
  • Präsident der Sozialistischen Internationale, 2006 bis 2022; heute Ehrenpräsident.
  • Generalberichterstatter für Demokratie in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE); die PACE nahm seinen Bericht vom Juni 2024 über partizipative und deliberative Demokratie an.
  • Fellow am Center for International Affairs der Harvard University (1992 bis 1993) und am Institute of Politics (Herbst 2012); leitete die IOP-Studiengruppe „(Re)designing Europe“.
  • Großkreuz-Auszeichnungen aus Deutschland, Spanien, Belgien, Portugal, Finnland und Schweden; Referent bei TED Global 2013 zum Thema Demokratiedefizit und Vertrauen.

Biografie

Griechenland stand 2010 innerhalb der Eurozone kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Die Regierung, die den IWF um Hilfe bat, wurde von George Papandreou geführt, der im Oktober 2009 sein Amt antrat und dabei mit einem Loch in den öffentlichen Finanzen konfrontiert war, das niemand auf europäischer Seite eingekalkuliert hatte. Die in den folgenden 24 Monaten getroffenen Entscheidungen – über Sparmaßnahmen, über die Beteiligung der Anleihegläubiger und darüber, ob die Eurozone einen Mitgliedstaat scheitern lassen würde – prägten ein Jahrzehnt europäischer Wirtschaftspolitik.

Papandreou hatte dieses Amt nach einer langen politischen Karriere erreicht. Von 1999 bis 2004 war er Außenminister gewesen – in der Zeit, die mit der griechisch-türkischen Annäherung verbunden ist –, und seit 2004 war er Vorsitzender der PASOK. Von 2006 bis 2022 war er Präsident der Sozialistischen Internationale, was ihm direkte Arbeitsbeziehungen zu Regierungschefs und Parteivorsitzenden in mehr als hundert Ländern ermöglichte.

Derzeit ist er beim Europarat tätig, wo er als Generalberichterstatter für Demokratie bei der Parlamentarischen Versammlung fungiert. Im Juni 2024 verabschiedete die PACE seinen Bericht, in dem die Mitgliedstaaten aufgefordert wurden, partizipative und deliberative Prozesse zu stärken – eine substanzielle technische Agenda statt rhetorischer Besorgnis über den Niedergang der Demokratie. Daneben ist er wissenschaftlich an der Harvard University tätig, unter anderem in der Studiengruppe „(Re)designing Europe“ des Institute of Politics und zuvor als Fellow am Center for International Affairs.

Für Vorstände und Führungskräfte liegt der Mehrwert in der Konkretheit. Er kann beschreiben, wie die Eurogruppe in den frühen Morgenstunden eines Montags Entscheidungen traf, warum die politische Ökonomie der Währungsunion nach wie vor die entscheidende Einschränkung für die europäische Integration darstellt und wie die derzeit verhandelten partizipativen demokratischen Reformen das regulatorische Umfeld verändern werden, mit dem Unternehmen in ganz Europa konfrontiert sind.

Wichtige Vortragsthemen

  • Die Eurozone, Staatsschulden und die unvollendete Architektur der Währungsunion
  • Europäische politische Risiken und die Zukunft der europäischen Integration
  • Demokratischer Rückschritt und institutionelle Reformen in Europa
  • Griechenland, die Türkei und der östliche Mittelmeerraum
  • Krisenmanagement auf nationaler Regierungsebene
  • Partizipative und deliberative Demokratie
  • Globale Governance und multilaterale Zusammenarbeit

Ideal für

  • Vorstände und Führungsgremien mit starker europäischer Ausrichtung, die politische und staatliche Risiken bewerten
  • Leiter von Public-Affairs- und Government-Relations-Abteilungen, die sich mit institutionellen Reformen der EU befassen
  • Anleger und Kapitalgeber mit Staatsanleihen und Aktienpositionen im Euroraum
  • Außen- und Sicherheitsforen mit Schwerpunkt auf dem östlichen Mittelmeerraum und Europas Nachbarländern

Ergebnisse für das Publikum

  • Ein Bericht aus erster Hand darüber, wie eine Staatsschuldenrettung innerhalb der Eurozone tatsächlich ausgehandelt wurde
  • Eine Analyse der politischen Zwänge, die nach wie vor den Euro belasten, und der Faktoren, die diese erneut zum Tragen bringen könnten
  • Ein Überblick darüber, welche europäischen Demokratien am anfälligsten für institutionellen Verfall sind und warum
  • Ein klareres Verständnis dafür, wie demokratische Reformen auf Ebene des Europarats und der EU das politische Umfeld prägen werden
  • Ein Arbeitsrahmen für Überlegungen zum Zusammenhang zwischen wirtschaftlichen Schocks, politischer Legitimität und Politik

Vorträge

Das Demokratiedefizit bekämpfen: bürgerorientierte Politik im Zeitalter der Sparmaßnahmen

Ein direktes Argument dafür, dass die durch die Sparpolitik offen gelegte Legitimitätslücke selbst ein strukturelles Risiko für die europäischen Volkswirtschaften und Institutionen darstellt.

Wichtigste Erkenntnisse:

  • Wie die Haushaltskonsolidierung während der Eurokrise mit dem Zusammenbruch des öffentlichen Vertrauens zusammenwirkte
  • Wo partizipative demokratische Mechanismen auf nationaler Ebene und auf Ebene des Europarats erprobt werden
  • Was politische Legitimität für die nächste Phase der europäischen Wirtschaftsführung bedeutet

Die Zukunft Europas: Wie ein vereintes Europa im 21. Jahrhundert eine führende Rolle spielen kann

Eine Arbeitsagenda für die europäische Integration, die aus den Institutionen selbst und nicht von außen stammt.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Die unvollendete Architektur der Währungsunion und die politischen Voraussetzungen für ihre Vollendung
  • Europas Positionierung zwischen den Vereinigten Staaten, China und einer zunehmend umkämpften Nachbarschaft
  • Die institutionellen Reformen, die die EU von einem reaktiven zu einem vorausschauenden Krisenmanagement führen würden

Griechenland im Auge des Sturms: Die internationale Krise und die globalen Herausforderungen einer griechischen Erfolgsgeschichte

Der Fall Griechenland als Praxistest dafür, ob die Eurozone asymmetrische Schocks ohne politische Spaltung bewältigen kann.

Wichtigste Erkenntnisse:

  • Wie die Rettungsprogramme ausgehandelt wurden und welche Prioritäten der IWF, die EZB und die Kommission jeweils setzten
  • Die politischen Rahmenbedingungen, die die griechischen Reformen politisch möglich machten und wo sie ins Stocken gerieten
  • Was die Entwicklung in Griechenland Investoren und politischen Entscheidungsträgern über künftige Stresssituationen in der Eurozone sagt

Das europäische Experiment zwischen Katastrophe und Erfolg: Warum und wie wir Europa neu gestalten müssen

Ein direktes Plädoyer für eine Neugestaltung der europäischen institutionellen Architektur mit konkreten Reformvorschlägen.

Wichtigste Erkenntnisse:

  • Die zwischen 2010 und 2015 zutage getretenen institutionellen Schwachstellen, die noch nicht behoben wurden
  • Wie demokratische Legitimität und wirtschaftspolitische Steuerung auf EU-Ebene miteinander verknüpft sind
  • Ein konkretes Paket von Reformprioritäten für das Europäische Parlament, den Rat und die Kommission

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