Patrick Chappatte
Die Meinungsfreiheit ist mittlerweile nicht mehr nur eine gesellschaftliche, sondern auch eine unternehmerische Risikofrage. Führungskräfte sind heute aufgefordert, zu umstrittenen gesellschaftlichen Themen Stellung zu beziehen, Mitarbeiter zu führen, die dies ebenfalls tun, und in Märkten zu agieren, in denen Satire und abweichende Meinungen zunehmend sanktioniert werden. Eine klare Vorstellung davon zu haben, was gesagt werden darf, von wem und zu welchem Preis, ist mittlerweile Teil der Aufgabe geworden.
Patrick Chappatte ist Karikaturist und Grafikjournalist, der es dem Publikum mithilfe visueller Satire ermöglicht, umstrittene gesellschaftliche Themen zu verstehen. Dabei greift er auf drei Jahrzehnte Berufserfahrung bei der „New York Times“, „Le Temps“, der „NZZ am Sonntag“ und dem „Boston Globe“ zurück.
Full Profile
Warum Unternehmen mit Patrick Chappatte zusammenarbeiten
- Seit dreißig Jahren zeichnet er unter Termindruck für renommierte Zeitungen, darunter zwei Jahrzehnte lang für die internationale Ausgabe der „New York Times“. Das vermittelt dem Publikum einen Einblick in das Weltgeschehen, den kaum ein anderer Redner bieten kann: keine Kommentare zum Journalismus, sondern die Arbeit selbst, live vorgeführt.
- Er ist der einzige Nicht-Amerikaner, der den Thomas-Nast-Preis des Overseas Press Club of America gewonnen hat – und das sogar dreimal. Dies ist die höchste Auszeichnung in seinem Fachgebiet und wird von einer namentlich genannten externen Institution bestätigt.
- Er ist Vorsitzender der Freedom Cartoonists Foundation, die gemeinsam mit Kofi Annan und Jean Plantu gegründet wurde. Damit steht er im Zentrum der internationalen Debatte über Pressefreiheit, wie es nur wenige Hauptredner von sich behaupten können.
- Sein Live-Zeichnungsformat verleiht einem Saal etwas, das es dort selten gibt: eine einmalige visuelle Aufzeichnung der Diskussion, die in Echtzeit entsteht. Es eignet sich als Keynote, als Abschluss einer Konferenz und als grafische Moderation eines Führungskräftetreffens.
- Er bringt grafische Reportagen aus erster Hand aus dem Gazastreifen, aus Nairobi, Mittelamerika, aus der Todeszelle in den Vereinigten Staaten und aus dem Silicon Valley mit. Das Material ist konkret, nicht allgemein gehalten, und vermittelt einem Unternehmenspublikum einen ehrlichen Einblick in Themen, über die es normalerweise nur liest.
Wichtige Stationen seiner Laufbahn
- Hauskarikaturist der „New York Times International Edition“, 2001 bis 2019.
- Dreimaliger Gewinner des Thomas-Nast-Preises des Overseas Press Club of America (2011, 2015, 2018); der einzige Nicht-Amerikaner, dem dies gelang.
- Zu den aktuellen Veröffentlichungen zählen „The Boston Globe“, „Le Canard enchaîné“, „La Tribune Dimanche“, „Le Temps“ und die „NZZ am Sonntag“.
- Ehrendoktorwürde der EPFL (Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne), verliehen 2022.
- 2006 vom Weltwirtschaftsforum zum „Young Global Leader“ ernannt.
- Vorsitzender der in Genf ansässigen Freedom Cartoonists Foundation, die den „Kofi Annan Courage in Cartooning Award“ vergibt.
- Zwei TED-Vorträge: „The power of cartoons“ (2010) und „A free world needs satire“ (2019).
Biografie
Die „New York Times“ stellte 2019 die Veröffentlichung politischer Karikaturen in ihrer internationalen Ausgabe ein. Patrick Chappatte hatte dort seit 2001 zweimal pro Woche gezeichnet. Er nutzte diesen Moment, um in einem TED-Vortrag, der seitdem millionenfach angesehen wurde, zu argumentieren, dass eine freie Presse Satire braucht und dass der Rückzug aus der Karikatur eines der stilleren Anzeichen dafür ist, in welche Richtung sich der öffentliche Diskurs entwickelt.
Dieses Argument stützt sich auf drei Jahrzehnte Arbeit unter hohem Termindruck. Chappattes Zeichnungen erscheinen im „Boston Globe“, im „Le Canard enchaîné“, in der „La Tribune Dimanche“, im „Le Temps“ und in der „NZZ am Sonntag“. Er wurde dreimal – 2011, 2015 und 2018 – mit dem Thomas-Nast-Preis des Overseas Press Club of America ausgezeichnet und ist damit der einzige Nicht-Amerikaner, dem dies gelang. Die EPFL, die Eidgenössische Technische Hochschule in Lausanne, verlieh ihm 2022 die Ehrendoktorwürde.
Zudem ist er ein Pionier des grafischen Journalismus. Seit 1995 erstellt er lange Comic-Reportagen aus dem Gazastreifen, den Slums von Nairobi, dem Gebiet mittelamerikanischer Banden, der Todeszelle in den Vereinigten Staaten und dem Silicon Valley. Sein Werk aus dem Jahr 2009 über Streumunition im Südlibanon wurde zu einem animierten Dokumentarfilm verarbeitet, der im Schweizer und französischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Die Serie „Inside Death Row“, die er 2016 gemeinsam mit der Journalistin Anne-Frédérique Widmann für die „Times“ produzierte, gilt nach wie vor als eines der meistzitierten Beispiele dieser Gattung.
Chappatte ist Vorsitzender der Freedom Cartoonists Foundation in Genf, die gemeinsam mit Kofi Annan und dem französischen Karikaturisten Jean Plantu gegründet wurde. Die Stiftung vergibt den „Kofi Annan Courage in Cartooning Award“. Vor einem Publikum aus Führungskräften zeichnet er live und in Echtzeit, während er sich an den Gesprächen im Raum orientiert, und nutzt diese Arbeit als Grundlage für eine Argumentation darüber, warum visuelles Denken, Satire und freie Meinungsäußerung für Organisationen wichtig sind, die in einem umkämpften öffentlichen Raum agieren.
Wichtige Vortragsthemen
- Pressefreiheit und das Interesse der Unternehmen an freier Meinungsäußerung
- Visuelles Denken und grafischer Journalismus
- Satire als Methode zur Auseinandersetzung mit umstrittenen Themen
- Keynotes mit Live-Zeichnungen und Abschlussvorträge bei Konferenzen
- Globale Themen aus der Perspektive eines aktiven politischen Karikaturisten
- Demokratie, Polarisierung und die Grenzen des öffentlichen Diskurses
Ideal für
- Jahreskonferenzen und Führungskräfte-Retreats, die eine Abschlussrede suchen, die einen sichtbaren Eindruck vom Tag hinterlässt
- Redaktions-, Kommunikations- und Markenführungsteams, die sich mit Reputationsrisiken bei umstrittenen öffentlichen Themen auseinandersetzen
- Vorstände und Führungskräftegruppen, die sich mit Geopolitik, demokratischem Rückschritt und den Grenzen unternehmerischer Meinungsäußerung auseinandersetzen
- Medien-, Verlags- und Kreativunternehmen, die sich mit der Zukunft des Journalismus auseinandersetzen
Ergebnisse für das Publikum
- Ein klareres Verständnis dafür, warum Satire und visueller Journalismus in seriösen Organisationen nach wie vor wichtig sind – vermittelt von einem Praktiker aus der Praxis
- Eine visuelle Live-Aufzeichnung der Sitzung, die anschließend als Kommunikationsmittel genutzt werden kann
- Ein schärferes Gespür dafür, wie globale Angelegenheiten außerhalb eines amerikanischen oder angelsächsischen Bezugsrahmens wahrgenommen werden
- Ein fundiertes Argument dafür, warum freie Meinungsäußerung mittlerweile nicht mehr nur eine gesellschaftliche, sondern auch eine unternehmerische Risikofrage ist
Vorträge
Argumente für politische Karikaturen als Stresstest für demokratische Gesellschaften, abgeleitet aus Chappattes Reaktion auf die Entscheidung der „New York Times“ aus dem Jahr 2019, keine redaktionellen Karikaturen mehr zu veröffentlichen.
Wichtigste Erkenntnisse:
- Warum der Rückzug aus der Satire ein Signal für den allgemeinen Zustand des öffentlichen Diskurses ist
- Wie Karikaturisten in Demokratien und autoritären Staaten unter Bedrohung arbeiten
- Was Organisationen aus der Debatte um die visuelle Pressefreiheit lernen können
Die Sichtweise eines aktiven Karikaturisten darauf, wie visueller Journalismus zur Deeskalation von Konflikten beitragen kann – basierend auf Gemeinschaftsprojekten im Libanon, in Kenia, an der Elfenbeinküste und in Guatemala.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Wie Karikaturen Sprach- und politische Grenzen überwinden
- Was grafischer Journalismus leistet, was schriftliche Reportagen nicht können
- Die „Crossed Pens“-Methode für gemeinsames Zeichnen von Karikaturen in Konfliktgebieten