Johan Rockström
Klima- und Naturrisiken sind längst keine reinen Reputationsthemen mehr. Sie fließen mittlerweile in Offenlegungsvorschriften, Entscheidungen zur Kapitalallokation und die Haftung in der Lieferkette ein, und den meisten Vorständen fehlt eine stichhaltige wissenschaftliche Grundlage für die Grenzen, innerhalb derer sie agieren sollen. Die Frage ist nicht, ob man sich zur Nachhaltigkeit bekennen soll, sondern wie man Ziele festlegt, die einer Prüfung durch Aufsichtsbehörden, Investoren und Wissenschaftler standhalten.
Johan Rockström ist der Erdsystemforscher, der das Konzept der planetarischen Grenzen entwickelt hat und es für Vorstände, Regierungen und Investoren aufbereitet, die entscheiden müssen, wo die tatsächlichen ökologischen Grenzen liegen.
Full Profile
Warum Unternehmen mit Johan Rockström zusammenarbeiten
- Er ist der Urheber, nicht der Erklärer des Rahmenwerks, das heute die Grundlage für die TNFD, Science Based Targets und einen wachsenden Teil der Klimaberichterstattung von Unternehmen bildet. Unternehmen wenden sich an ihn, um die Quelle zu erhalten, nicht die Zusammenfassung.
- Er verknüpft neun spezifische Erdsysteme – vom Klima über Süßwasser bis hin zu biogeochemischen Kreisläufen – mit unternehmerischen Entscheidungen zu Kapital, Lieferkette und Produkten. Vorstände erhalten eine Übersicht darüber, welche Grenzen ihr Geschäft tatsächlich einschränken.
- Er verfügt über wissenschaftliche Autorität, die bei Regulierungsbehörden und Investoren gleichermaßen Gewicht hat. Der Tyler-Preis 2024, der Artikel in Nature aus dem Jahr 2009 und die Leitung des Potsdam-Instituts zeigen, dass sein Rahmenkonzept einer externen Überprüfung standhält.
- Er hat zwei Jahrzehnte lang am politischen Prozess in Davos, im Club of Rome und bei den UN-Klimaverhandlungen mitgewirkt. Er spricht mit Führungskräften in ihrer Sprache über Entscheidungen, Kompromisse und Zeithorizonte, nicht in der Sprache eines akademischen Seminars.
Wichtige Stationen
- Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) seit 2018
- Professor für Erdsystemwissenschaften, Universität Potsdam
- Hauptautor, „A safe operating space for humanity“, Nature, 2009
- Mitbegründer und ehemaliger Direktor, Stockholm Resilience Centre (2004 bis 2018)
- Tyler-Preis für Umweltleistungen 2024; Deutscher Umweltpreis (2015); Internationaler Cosmos-Preis (2015); Hillary-Preisträger (2017); Ritter der Ehrenlegion (2016)
- Mitautor von „Earth for All: A Survival Guide for Humanity“ (2022), dem Bericht an den Club of Rome zum 50-jährigen Jubiläum von „Die Grenzen des Wachstums“
Biografie
Im Jahr 2009 wurden in einem Artikel in Nature mit dem Titel „A safe operating space for humanity“ neun biophysikalische Systeme beschrieben, die den Planeten in dem Zustand erhalten, in dem die Zivilisation entstanden ist. Johan Rockström leitete das Team von 28 internationalen Wissenschaftlern, das dahinter stand. Das Rahmenwerk, die „Planetary Boundaries“, ist seitdem zur wissenschaftlichen Grundlage für die Taskforce on Nature-related Financial Disclosures, das Science Based Targets Network und eine wachsende Zahl von unternehmensinternen und regulatorischen Klimarahmenwerken geworden.
Diese Arbeit ist heute die Arbeitsdefinition für Umweltrisiken in seriösen Institutionen. Vorstände, Zentralbanken und Investoren benötigen zunehmend eine fundierte Antwort auf die Frage, wo die Grenzen tatsächlich liegen, und sein Rahmenwerk liefert diese. Der Tyler-Preis für Umweltleistungen 2024, oft als „Nobelpreis für die Umwelt“ bezeichnet, würdigte das Rahmenwerk als wegweisenden Beitrag für das Fachgebiet.
Er leitet das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, eine der führenden klimawissenschaftlichen Einrichtungen in Europa, und hat den Lehrstuhl für Erdsystemwissenschaften an der Universität Potsdam inne. Vor seiner Tätigkeit in Potsdam war er Mitbegründer und vierzehn Jahre lang Leiter des Stockholm Resilience Centre. Er ist Mitautor von „Earth for All“, dem Bericht für den Club of Rome aus dem Jahr 2022, der „Die Grenzen des Wachstums“ fünfzig Jahre später mit konkreten wirtschaftlichen und politischen Kurswechseln neu beleuchtet.
Am nützlichsten ist er in dem Bereich, in dem Strategie auf Offenlegung trifft: dort, wo die Führung entscheiden muss, welche Ziele sie sich setzen, welche Kompromisse sie eingehen und wie sie beides gegenüber Investoren und Regulierungsbehörden rechtfertigen kann. Er äußert sich ungewöhnlich direkt über das erforderliche Ausmaß an Maßnahmen und ebenso direkt darüber, was innerhalb dieses Rahmens noch möglich ist.
Wichtige Vortragsthemen
- Planetarische Grenzen und Risiken für das Erdsystem
- Klimatische Kipppunkte und Resilienz
- Die Wissenschaft hinter ESG, TNFD und Science Based Targets
- Nahrungsmittel-, Land- und Wassersysteme innerhalb der planetarischen Grenzen
- Netto-Null und die Energiewende
- Nachhaltiger wirtschaftlicher Wandel und die Agenda „Earth for All“
Ideal für
- Vorstände und Führungsgremien, die unter verschärften Offenlegungsvorschriften Strategien zu Klima, Natur und ESG festlegen
- CSOs, Chief Risk Officers und Chief Sustainability Officers, die fundierte, wissenschaftlich fundierte Ziele entwickeln
- Investoren, Banken und Vermögensverwalter, die Klima- und Naturrisiken in die Kapitalallokation integrieren
- Regierungs-, multilaterale und politische Akteure, die an der Transformation der Energie-, Nahrungsmittel- und Landnutzungssysteme arbeiten
Lernergebnisse für die Zielgruppe
- Ein praktisches Verständnis der neun planetarischen Grenzen und der Frage, welche davon ihren Sektor wesentlich beeinflussen
- Ein klareres Verständnis dafür, wie regulatorische Rahmenwerke (TNFD, SBTN, EU-Offenlegungspflichten) auf die zugrunde liegende Wissenschaft zurückzuführen sind
- Ein direkter Überblick darüber, wo sich die globalen Klima- und Naturentwicklungen im Verhältnis zu den wissenschaftlich gesicherten Grenzen befinden
- Schärfere Fragen an die eigenen Strategie- und Risikoteams dazu, innerhalb welcher Grenzen das Unternehmen tatsächlich operiert
- Ein fundiertes Gespür dafür, wie glaubwürdige Maßnahmen in dem Umfang und Tempo aussehen, die die Wissenschaft erfordert