Slawomir Sierakowski
Unternehmen, die auf den europäischen Märkten tätig sind, bewerten politische Risiken zunehmend falsch. Die Annahme, dass die EU-Mitgliedschaft weitgehend einheitliche Rahmenbedingungen schafft – stabile Institutionen, vorhersehbare Regulierung, konsequente Rechtsstaatlichkeit –, wird in Mittel- und Osteuropa am stärksten in Frage gestellt, wo die politische Logik grundlegend anders ist. Der Populismus in dieser Region ist keine Protestbewegung am Rande der Gesellschaft: Er hat die Mehrheit der Mittelschicht hinter sich, baut institutionelle Kontrollmechanismen mit demokratischer Legitimität ab und schafft regulatorische Rahmenbedingungen, auf die westliche Analysemodelle nicht ausgelegt sind.
Sławomir Sierakowski, Gründer von „Krytyka Polityczna“ und Senior Fellow bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, hilft Organisationen dabei zu verstehen, warum sich die Politik in Mittel- und Osteuropa immer wieder den westlichen Analyserahmen entzieht und was diese strukturelle Abweichung für das strategische Engagement in der Region bedeutet.
Full Profile
Warum Organisationen mit Sławomir Sierakowski zusammenarbeiten
- Seine These, dass der osteuropäische Populismus in der institutionellen Schwäche der postkommunistischen Ära – und nicht in wirtschaftlichen Missständen – begründet liegt, bietet Organisationen einen strukturellen Rahmen für Marktrisiken, den die gängige politische Analyse nicht liefert.
- Als Gründer von Krytyka Polityczna seit 2002 baute er das größte intellektuelle und zivilgesellschaftliche Netzwerk in Mittel- und Osteuropa auf und leitete es; sein Wissen darüber, wie politische und soziale Kräfte in der Region tatsächlich wirken, ist praxisnah und nicht nur theoretisch.
- Seine derzeitige Rolle als Senior Fellow am DGAP Europe Center, kombiniert mit seiner monatlichen Kolumne bei Project Syndicate und Beiträgen für die FT, Foreign Policy und Le Monde, versetzt ihn an die Schnittstelle zwischen aktueller politischer Debatte und fundierter analytischer Tiefe: eine ungewöhnliche Kombination für eine einzelne Stimme.
- Als Leiter des Programmbeirats von Impact CEE – der größten Führungskräftekonferenz in Mittel- und Osteuropa mit 8.000 Teilnehmern und 700 Referenten – sitzt er an der organisatorischen Schnittstelle von Wirtschaft, Politik und intellektuellem Leben in der Region.
- Er ist einer der wenigen Analysten, die ein einzelnes Wahlergebnis, ein Gerichtsurteil oder eine Provokation des Kremls in einen tieferen soziologischen Kontext einordnen können, wodurch seine Analysen länger Bestand haben als ein Nachrichtenzyklus.
Biografische Höhepunkte
- Gründer und Chefredakteur von Krytyka Polityczna (Politische Kritik), gegründet 2002: die größte intellektuelle und zivilgesellschaftliche Bewegung in Mittel- und Osteuropa mit Zweigstellen in der Ukraine und in Deutschland
- Senior Fellow, DGAP Europe Center (Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik), Berlin: Europas Pendant zu Chatham House oder dem Council on Foreign Relations
- Monatlicher Kolumnist für Project Syndicate; Autor für die New York Times (seit 2013); regelmäßiger Autor für die Financial Times, Foreign Policy, The Guardian, Die Zeit, Le Monde, El País und Haaretz
- Leiter des Programmkomitees von Impact CEE, der größten Innovations- und Führungskonferenz in Mittel- und Osteuropa
- Ehemaliger Direktor des Instituts für Höhere Studien in Warschau
- Stipendien von Yale, Princeton, Harvard, dem German Marshall Fund, dem IWM Wien, der Mercator-Stiftung und der Bosch-Akademie
- Autor für das Journal of Democracy und die New York Review of Books
Biografie
Die meisten westlichen Organisationen betrachten das politische Risiko in Europa als ein einziges Problem. Sławomir Sierakowski argumentiert seit zwei Jahrzehnten, dass dies nicht der Fall ist. Mittel- und Osteuropa funktioniert nach einer anderen politischen Logik: schwache institutionelle Kontrollmechanismen, populistische Mehrheiten der Mittelschicht und ein postkommunistisches Erbe, das gängige westliche Analysemodelle unzuverlässig macht.
Sierakowski ist der Gründer von Krytyka Polityczna, der intellektuellen und zivilgesellschaftlichen Bewegung, die er 2002 in Warschau ins Leben rief und die sich zum größten Netzwerk liberaler Intellektueller, Künstler und Aktivisten in der Region entwickelte. Die Bewegung basierte auf der These, dass kulturelle und politische Analyse integriert und nicht voneinander getrennt werden müssten. Sie brachte eine Reihe öffentlicher Debatten hervor, die Sierakowski mehr als zwei Jahrzehnte lang in den Mittelpunkt des europäischen zivilgesellschaftlichen Lebens rückten.
Seine derzeitige Tätigkeit als Senior Fellow am Europa-Zentrum der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, kombiniert mit seiner langjährigen monatlichen Kolumne für Project Syndicate und regelmäßigen Beiträgen für die Financial Times, Le Monde und Foreign Policy, hält diese Analyse nah an den Entscheidungsgremien, wo sie zählt. Als Leiter des Programmbeirats von Impact CEE – einer Konferenz, die jährlich 8.000 Führungskräfte aus der Wirtschaft, politische Entscheidungsträger und Wissenschaftler zusammenbringt – agiert er zudem genau an der Schnittstelle, an der politische Intelligenz auf wirtschaftliche Führung trifft.
Das Ergebnis ist eine Perspektive, die weder rein akademisch noch rein journalistisch ist. Sierakowski betrachtet die Geschehnisse in Warschau, Budapest oder Bukarest nicht als Nachrichten, sondern als Belege für strukturelle Argumente darüber, wohin sich die europäische Demokratie entwickelt und was dies für die Organisationen bedeutet, die in diesem Umfeld agieren müssen.
Wichtige Vortragsthemen
- Populismus und demokratischer Verfall in Europa
- Politik und Institutionen in Mittel- und Osteuropa
- Europäische geopolitische Risiken
- EU-Kohäsion, Erweiterung und strategische Autonomie
- Russland, die Ukraine und die europäische Sicherheit
- Politische Risiken und ihre Auswirkungen auf die Unternehmensstrategie
- Die Unterschiede zwischen den politischen Kulturen West- und Osteuropas
Ideal für
- Strategie-, Risiko- und Government-Affairs-Teams in multinationalen Unternehmen mit Geschäftstätigkeit oder Investitionsengagements in Mittel- und Osteuropa
- Vorstände und Führungskräfte, die sich über den geopolitischen Kontext hinsichtlich der politischen Stabilität und des regulatorischen Umfelds in der EU informieren möchten
- Konferenzen zu Politik und Investitionen mit Schwerpunkt auf europäischen Märkten, Demokratie oder Sicherheit
- Führungskräfteforen, bei denen geopolitische Volatilität das zentrale strategische Thema ist
Ergebnisse für die Teilnehmer
- Ein struktureller Rahmen zum Verständnis, warum sich die Politik in Mittel- und Osteuropa anders verhält als in Westeuropa, mit direkten Auswirkungen auf die Risikobewertung
- Klarere Analyseinstrumente zur Unterscheidung zwischen dauerhaften politischen Trends und kurzfristigen Wahlgerüchten auf den europäischen Märkten
- Eine fundierte Grundlage für die Bewertung, wie sich der Rückgang der Demokratie auf die Vorhersehbarkeit der Regulierung und die institutionelle Zuverlässigkeit in bestimmten Märkten auswirkt
- Kontext für aktuelle und wahrscheinliche kurzfristige Entwicklungen – Wahlen, juristische Konflikte, Sicherheitsbrennpunkte –, der sich aus aktivem politischem Engagement und nicht aus rückblickenden Kommentaren ableitet