J. Bradford Delong
Die globale Wirtschaftsordnung, die fünfzig Jahre lang für relativ stabiles Wachstum gesorgt hat, steht sichtlich unter Druck, und Unternehmen treffen langfristige Entscheidungen, ohne über einen verlässlichen Rahmen zu verfügen, der Aufschluss darüber gibt, warum dies so ist. Herkömmliche Wirtschaftsprognosen sagen Führungskräften zwar, was im nächsten Quartal passieren könnte, erklären aber nicht, warum Ungleichheit, politische Dysfunktionalität und schwindendes Vertrauen in Institutionen mittlerweile strukturelle Merkmale und keine vorübergehenden Störungen sind. Ohne eine schlüssige Erklärung dafür, wie es dazu gekommen ist, beschränkt sich die Strategie auf eine Szenarioplanung, die sich eher an den Symptomen als an den Ursachen orientiert.
J. Bradford DeLong, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der UC Berkeley und ehemaliger Beamter im US-Finanzministerium, hilft Unternehmen dabei, die strukturellen Kräfte zu verstehen, die hinter der heutigen wirtschaftlichen Instabilität stehen – dabei stützt er sich auf die historischen Argumente, die er in seinem Bestseller „Slouching Towards Utopia“ entwickelt hat.
Full Profile
Warum Unternehmen mit J. Bradford DeLong zusammenarbeiten
- Seine These vom „langen 20. Jahrhundert“ – die These, dass der technologische Sprung der Menschheit seit 1870 beispiellosen Wohlstand, aber keine Stabilität hervorgebracht hat und dass diese Spannung nach wie vor ungelöst ist – bietet Vorständen und Strategieteams einen historisch fundierten Rahmen, um aktuelle Ungleichheit, politische Instabilität und stagnierendes Wachstum zu verstehen, anstatt sie als separate Probleme zu behandeln.
- Als stellvertretender Staatssekretär im US-Finanzministerium unter Clinton war er direkt an NAFTA, der Uruguay-Runde und dem Bundeshaushalt 1993 beteiligt – Handels- und Finanzentscheidungen, deren Folgen das heutige politische Umfeld noch immer prägen. Nur wenige Wirtschaftshistoriker verfügen über einen derart direkten institutionellen Zugang.
- „Concrete Economics“ (zusammen mit Stephen Cohen verfasst) legt konkret und evidenzbasiert dar, dass jede bedeutende Wachstumsphase in den USA durch gezielte staatliche Investitionssteuerung und nicht durch die Spontaneität des freien Marktes angetrieben wurde – ein Rahmen, der die Annahmen vieler Organisationen über Industriepolitik und die Rolle des Staates direkt in Frage stellt.
- „Slouching Towards Utopia“ wurde von der Financial Times, The Economist und Fast Company zu einem der besten Bücher des Jahres 2022 gekürt und von Paul Krugman, Martin Wolf sowie dem ehemaligen Chefökonomen der Bank of England empfohlen – was seinen Argumenten eine interdisziplinäre Glaubwürdigkeit verleiht, die sich direkt in Gesprächen auf Führungsebene und in Vorständen niederschlägt.
- Seine Doppelrolle als akademischer Ökonom und aktiver öffentlicher Kommentator – über Project Syndicate und den Substack „Grasping Reality“ – bedeutet, dass seine Konzepte kontinuierlich auf aktuelle Ereignisse angewendet werden und nicht auf historische Analysen beschränkt bleiben.
Biografische Höhepunkte
- Professor für Wirtschaftswissenschaften an der University of California, Berkeley – seit 1993 Mitglied der Fakultät, seit 1997 ordentlicher Professor
- Autor von „Slouching Towards Utopia: An Economic History of the Twentieth Century“ (Basic Books, 2022) – sofortiger Bestseller der New York Times und des Wall Street Journal; Bestes Buch des Jahres 2022, Financial Times, The Economist, Fast Company
- Stellvertretender Staatssekretär für Wirtschaftspolitik im US-Finanzministerium, Clinton-Regierung, 1993–1995
- Wissenschaftlicher Mitarbeiter, National Bureau of Economic Research (NBER); Fellow, Institute for New Economic Thinking (INET)
- Mitautor von „Concrete Economics: The Hamilton Approach to Economic Growth and Policy“ (2016); Mitherausgeber von „After Piketty: The Agenda for Economics and Inequality“ (Harvard University Press, 2017)
- Regelmäßiger Autor bei Project Syndicate; Autor des Substack-Blogs „Grasping Reality“; BA und PhD, Harvard University
Biografie
Brad DeLong beschäftigte sich zwanzig Jahre lang mit einer Frage, die die meisten Ökonomen als geklärt betrachten: Warum endete die längste Phase des technologischen und materiellen Fortschritts in der Geschichte der Menschheit in politischer Dysfunktion, wachsender Ungleichheit und einem weit verbreiteten Vertrauensverlust in die Institutionen, die diesen Fortschritt hervorgebracht hatten? Seine Antwort, die er in „Slouching Towards Utopia: An Economic History of the Twentieth Century“ entwickelt hat, lautet: Die Zeit von 1870 bis 2010 – die er als das „lange 20. Jahrhundert“ bezeichnet – brachte mehr wirtschaftlichen Fortschritt als alle vorangegangenen Epochen der Menschheitsgeschichte zusammen, doch es gelang ihr durchweg nicht, diesen Fortschritt in stabilen, breit geteilten Wohlstand umzuwandeln. Das Buch wurde sofort zum Bestseller der New York Times und des Wall Street Journal und wurde von der Financial Times, The Economist und Fast Company zu einem der besten Bücher des Jahres 2022 gekürt.
Dieses Argument ist für Organisationen von Bedeutung, da es die aktuelle Instabilität in einen neuen Kontext rückt. Die politische Volatilität, das nachlassende Produktivitätswachstum und die Verteilungskonflikte, mit denen Führungskräfte zu kämpfen haben, sind keine Überraschungen oder Ausreißer – sie sind das ungelöste Erbe derselben Kräfte, die das moderne Wirtschaftsleben geschaffen haben. DeLongs Beitrag besteht darin, aufzuzeigen, wie es dazu kam, welche Kräfte entscheidend waren und welche politischen Entscheidungen die Ergebnisse besser oder schlechter machten, als sie hätten sein müssen.
Seine politische Erfahrung ist direkt. Als stellvertretender Staatssekretär im US-Finanzministerium unter der Clinton-Regierung arbeitete DeLong am Bundeshaushalt 1993, an NAFTA, an der Uruguay-Runde und an der makroökonomischen Politik. Diese institutionelle Erfahrung bildet die Grundlage für „Concrete Economics“ (2016), das er gemeinsam mit Stephen Cohen verfasste und in dem argumentiert wird, dass die Vereinigten Staaten ihre bedeutendsten Wachstumsphasen durch eine bewusste, pragmatische Steuerung von Investitionen erreicht haben – nicht durch ideologisches Bekenntnis zum freien Markt. Für Führungskräfte ist die Schlussfolgerung konkret: Industriepolitik, Handelsarchitektur und finanzpolitische Entscheidungen sind kein Hintergrundrauschen; sie sind das Umfeld, in dem langfristige Strategien entweder gelingen oder scheitern.
DeLong hat an der Harvard University promoviert und ist seit 1993 Professor für Wirtschaftswissenschaften an der UC Berkeley. Er schreibt regelmäßig für Project Syndicate und seinen Substack „Grasping Reality“, wo er aktuelle Ereignisse direkt und verständlich analysiert. Außerdem ist er Fellow am Institute for New Economic Thinking und wissenschaftlicher Mitarbeiter am National Bureau of Economic Research.
Wichtige Vortragsthemen
- Langfristiges Wirtschaftswachstum und strukturelle Ungleichheit
- Makroökonomische Politik und fiskalische Strategie
- Handel, Globalisierung und Industriepolitik
- Die politische Ökonomie der liberalen Wirtschaftsordnung
- Wirtschaftsgeschichte als strategischer Rahmen
- Staat, Märkte und die Zukunft des Wachstums
- Szenarioplanung unter struktureller Unsicherheit
Ideal für
- Strategievorstände und Vorstände, die mit anhaltender politischer und wirtschaftlicher Volatilität umgehen müssen
- Finanzvorstände und Finanzleiter, die einen historischen Rahmen auf Makroebene für die langfristige Kapitalallokation und -planung suchen
- Teams für Regierungsangelegenheiten, öffentliche Politik und Regulierung in großen Organisationen
- Weiterbildungsprogramme für Führungskräfte, die einen fundierten wirtschaftlichen Kontext für Führungskräftegruppen benötigen
Lernergebnisse
- Ein historisch fundierter Rahmen zum Verständnis der aktuellen wirtschaftlichen Volatilität als strukturelles Muster – und nicht als vorübergehende Störung –, der nachhaltigere strategische Reaktionen ermöglicht
- Eine klarere Darstellung dessen, wie Handels-, Industrie- und Finanzpolitik tatsächlich gestaltet wird, basierend auf direkter Regierungserfahrung auf Führungsebene
- Eine praktische Korrektur gängiger Annahmen des freien Marktes zum Thema Wachstum, einschließlich einer fundierten Alternative, die sich auf „Concrete Economics“ stützt
- Schärfere Fragen für Stresstests langfristiger Strategien anhand makroökonomischer Szenarien – insbesondere in Bezug auf Ungleichheit, politische Instabilität und die sich wandelnde Rolle des Staates
- Vertrautheit mit der These vom „langen 20. Jahrhundert“ als gemeinsamer analytischer Bezugspunkt für die laufende interne strategische Diskussion
Vorträge
Stützt sich auf DeLongs Bestseller aus dem Jahr 2022, um zu erklären, warum die Kräfte, die den modernen Wohlstand geschaffen haben, auch die heutige Ungleichheit und politische Instabilität hervorgebracht haben – und was dies für Organisationen bedeutet, die im aktuellen Umfeld planen.
Wichtige Erkenntnisse:
- Warum herkömmliche Wirtschaftsprognosen strukturelle politische und verteilungspolitische Zusammenbrüche nicht erklären können
- Wie das Zusammenspiel von Technologie, Märkten und Regierung jede größere Wachstumsphase seit 1870 vorangetrieben hat
- Welche konkreten politischen und strategischen Lehren sich aus einer historisch fundierten Betrachtung der aktuellen Lage ergeben
Auf der Grundlage von DeLongs 2016 gemeinsam mit Stephen Cohen verfasstem Buch untersucht dieser Vortrag die Belege dafür, dass eine gezielte staatliche Steuerung von Investitionen – und nicht die Ideologie des freien Marktes – historisch gesehen die erfolgreichsten Wachstumsphasen der Vereinigten Staaten vorangetrieben hat, und was dies für Unternehmen bedeutet, die sich mit dem aktuellen industriepolitischen Umfeld auseinandersetzen.
Wichtige Erkenntnisse:
- Warum die US-Wirtschaft sich niemals allein durch die Märkte an die Spitze gearbeitet hat
- Wie das Silicon Valley, die Fertigungsindustrie in Neuengland und andere Wachstumsphasen von einer gezielten öffentlich-privaten Zusammenarbeit abhingen
- Wie man produktiv mit einem politischen Umfeld umgeht, das zunehmend von einer aktiven Industriestrategie geprägt ist