Lars P. Feld
Vorstände müssen Kapital- und Finanzentscheidungen nun im Rahmen eines finanzpolitischen Rahmens treffen, der sich in Echtzeit neu definiert. Die deutsche Schuldenbremse, die reformierten Stabilitätsregeln der EU und die politische Ökonomie der staatlichen Kreditaufnahme wirken sich alle direkt auf die Kapitalkosten, das Währungsrisiko und die Glaubwürdigkeit staatlicher Gegenparteien aus. Führungsteams benötigen eine fundierte Einschätzung darüber, in welche Richtung sich die Regeln tatsächlich entwickeln, und nicht nur Kommentare zu den Schlagzeilenzahlen.
Lars P. Feld ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Professor in Freiburg, der Führungskräften, deren Entscheidungen davon abhängen, Themen wie Haushaltsregeln, die Tragfähigkeit der Staatsverschuldung und die europäische Makroökonomie näherbringt.
Full Profile
Warum Organisationen mit Lars P. Feld zusammenarbeiten
- Er war maßgeblich an der Gestaltung des verfassungsrechtlichen Rahmens beteiligt, in dem politische Entscheidungsträger heute agieren. Als Sachverständiger der Föderalismuskommission II im Jahr 2007 trug er direkt zur Ausgestaltung der deutschen Schuldenbremse bei, und seine anschließenden empirischen Arbeiten gelten als Standardwerk zu deren Auswirkungen.
- Ein Jahrzehnt lang stand er im Zentrum der deutschen Wirtschaftspolitik. Zehn Jahre im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die er als Vorsitzender beendete, sowie drei Jahre als persönlicher Berater von Bundesfinanzminister Christian Lindner verschaffen ihm fundierte Kenntnisse darüber, wie deutsche finanzpolitische Entscheidungen tatsächlich getroffen werden.
- Er bringt ordoliberale Wirtschaftstheorie in Fragen ein, bei denen die meisten makroökonomischen Kommentare rein keynesianisch oder marktorientiert sind. Seine gemeinsam verfasste Arbeit über Ordoliberalismus und die Eurokrise ist das Standardwerk, um zu verstehen, warum Berlin so verhandelt, wie es es tut.
- Seine Autorität ist institutioneller Natur und nicht durch die Medien begründet. Der Gustav-Stolper-Preis, die Mitgliedschaft in der Leopoldina, der Kronberger Kreis, die Ehrendoktorwürde der Universität Luzern und die Friedrich-List-Medaille reihen ihn in eine kleine Gruppe von Ökonomen ein, deren veröffentlichte Positionen die politische Debatte in Deutschland prägen.
Wichtige Stationen seiner Laufbahn
- Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik und Verfassungsökonomie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg seit 2010.
- Präsident des Walter-Eucken-Instituts, Freiburg.
- Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, 2011 bis 2021, und Vorsitzender von 2020 bis 2021.
- Persönlicher wirtschaftspolitischer Berater von Bundesfinanzminister Christian Lindner, Februar 2022 bis November 2024.
- Wissenschaftlicher Beirat des Bundesfinanzministeriums seit 2003; Mitglied der Mindestlohnkommission seit 2020.
- Gustav-Stolper-Preis (2021); Ehrendoktorwürde der Universität Luzern (2017); Friedrich-List-Medaille (2023); Mitglied der Leopoldina, des Kronberger Kreises und der Mont-Pelerin-Gesellschaft.
Biografie
Deutschland hat 2009 sein Grundgesetz novelliert, um die Kreditaufnahme des Bundes zu begrenzen. Feld gehörte zu den wissenschaftlichen Experten, die diese Reform mitgestalteten; er war Mitglied der Föderalismuskommission II und setzte sich für eine verbindliche Haushaltsregel ein. Seine späteren empirischen Arbeiten, darunter eine gemeinsam mit Forschern des Walter-Eucken-Instituts verfasste Synthetic-Control-Analyse, gelten heute als Referenzanalyse dafür, wie sich die Schuldenbremse in den folgenden zehn Jahren tatsächlich auf die deutschen öffentlichen Finanzen ausgewirkt hat.
Diese Verbindung von Verfassungsgestaltung und quantitativer Bewertung zieht sich wie ein roter Faden durch seine Karriere. Als Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftspolitik und Verfassungsökonomie in Freiburg und als Präsident des Walter-Eucken-Instituts arbeitet er im Rahmen der ordoliberalen Tradition, die die Verhandlungsstrategie Berlins innerhalb der Eurozone geprägt hat. Seine gemeinsam verfasste Abhandlung über Ordoliberalismus, Pragmatismus und die Eurozonenkrise ist eine der am häufigsten zitierten Erklärungen dafür, warum die deutschen Positionen zur griechischen Verschuldung, zu den italienischen Defiziten und zu den Interventionen der EZB genau diese Form annahmen.
Er war ein Jahrzehnt lang im Zentrum der deutschen Politikgestaltung tätig. Zehn Jahre im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, dessen Vorsitz er von 2020 bis 2021 innehatte, verschafften ihm direkten Einfluss auf die Jahresberichte des Rates an die Bundesregierung. Von Februar 2022 bis November 2024 war er als persönlicher wirtschaftspolitischer Berater von Finanzminister Christian Lindner tätig – eine Funktion, die an der Schnittstelle zwischen dem Ministerium, der Koalition und der Bundesbank angesiedelt ist.
Die institutionelle Anerkennung folgte. Der Gustav-Stolper-Preis im Jahr 2021, der innerhalb des Vereins für Socialpolitik als der renommierteste deutsche Wirtschaftspreis gilt, reiht sich ein in die Mitgliedschaft in der Leopoldina, die Mitgliedschaft im Kronberger Kreis, die Friedrich-List-Medaille und die Ehrendoktorwürde der Universität Luzern. Für ein Publikum in den Vorstandsetagen, das zu verstehen versucht, wohin sich die deutsche und europäische Finanzpolitik entwickelt, ist er einer der wenigen Ökonomen, deren veröffentlichte Positionen die Debatte noch immer prägen.
Wichtige Vortragsthemen
- Die deutsche Schuldenbremse und die europäischen Haushaltsregeln
- Tragfähigkeit der Staatsverschuldung in der Eurozone
- Ordoliberalismus und deutsche Wirtschaftspolitik
- Makroökonomischer Ausblick für Deutschland und die EU
- Öffentliche Finanzen und Föderalismus
- Mindestlohnpolitik und Arbeitsmarktregulierung
- Die politische Ökonomie der EU-Reform
Ideal für
- Finanzvorstände, Konzern-Treasurer und Chefökonomen, die Entscheidungen zur Kapitalallokation treffen und dabei dem Staatsanleiherisiko der Eurozone ausgesetzt sind.
- Vorstände von Banken und Vermögensverwaltern mit wesentlichem Engagement in deutschen oder EU-Staatsanleihen.
- Vorstandsvorsitzende und Strategieverantwortliche von Industriekonzernen, deren Investitionsentscheidungen von der Entwicklung der deutschen Staatsfinanzen sowie den Ausgaben für Energie und Infrastruktur abhängen.
- Verantwortliche für Politik und Regierungsbeziehungen, die die deutsche Koalition, den EU-Stabilitäts- und Wachstumspakt sowie die Politik der EZB verfolgen.
Ergebnisse für die Teilnehmer
- Ein klares Bild davon, in welche Richtung die Debatte um die deutsche Schuldenbremse geht und welche Änderungen politisch machbar sind.
- Ein Arbeitsmodell dazu, wie Berlin innerhalb der EU über Haushaltsregeln, gemeinsame Schulden und die EZB-Politik verhandeln wird.
- Ein schärferer Blick darauf, welche staatlichen und quasi-staatlichen Engagements am empfindlichsten auf die nächste Phase der europäischen Haushaltsreform reagieren.
- Eine fundierte Darstellung der ordoliberalen Tradition hinter den politischen Positionen Deutschlands – nützlich für alle, die Gegenparteirisiken oder politische Risiken in der Eurozone modellieren.
Vorträge
Ein praktischer Überblick darüber, wie Deutschland und die EU die nächste Phase des Staatsschuldenproblems bewältigen werden, unter Berücksichtigung der Erfahrungen mit der Schuldenbremse und der Reform der EU-Haushaltsregeln.
Kernaussagen:
- Wohin die Debatte um die deutsche Schuldenbremse nach dem Gerichtsurteil von 2024 und dem Koalitionswechsel realistisch gesehen führen wird.
- Wie Berlins ordoliberale Haltung die EU-Haushaltsverhandlungen, die gemeinsame Verschuldung und die Interventionen der EZB prägt.
- Auswirkungen auf Staatsanleihe-Spreads, Kapitalallokation und die Finanzplanung von Unternehmen in der gesamten Eurozone.
Eine wirtschaftliche Analyse des Umfangs, der Ursachen und der politischen Maßnahmen im Zusammenhang mit der Schattenwirtschaft in Europa sowie deren Auswirkungen auf die Steuerbasis, die Arbeitsmärkte und die Wettbewerbsfähigkeit.
Wichtigste Erkenntnisse:
- Wie die Schattenwirtschaft gemessen wird und wo sie gewachsen ist.
- Das Zusammenspiel zwischen Steuerpolitik, Regulierung und informeller Wirtschaftstätigkeit.
- Politische Hebel, die sich bewährt haben, und die damit verbundenen Kompromisse.
Ein Artikel darüber, wie die Schuldenkrise in der Eurozone die globalen Kapitalströme, die Preisbildung für Länderrisiken und die politische Ökonomie der Verschuldung außerhalb Europas verändert hat.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Die Übertragungskanäle von der europäischen Staatsschuldenkrise auf die globalen Märkte.
- Lehren aus den deutschen Konsolidierungserfahrungen für andere fortgeschrittene Volkswirtschaften.
- Wie der nächste Staatsschuldenzyklus aussehen könnte und wo die Druckpunkte liegen.