Andres Velasco
Globale wirtschaftliche Entscheidungen sind zunehmend politischer Natur – und genau in der Kluft zwischen den Aussagen der Institutionen und dem, was Regierungen tatsächlich umsetzen können, liegt das Geschäftsrisiko. Vorstände, die die Finanzpolitik lediglich als technischen Hintergrund betrachten, übersehen die eigentliche Frage: Wer hat die Macht, welchen Einschränkungen unterliegt er und wie prägen diese Einschränkungen das wirtschaftliche Umfeld, in dem ihre Unternehmen tätig sind? Der Unterschied zwischen einem glaubwürdigen und einem instabilen finanzpolitischen Rahmen lässt sich nicht im Voraus erkennen.
Andrés Velasco – ehemaliger Finanzminister Chiles und erster Dekan der LSE School of Public Policy – unterstützt Vorstände und Führungsteams dabei, die politischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge zu verstehen, die finanzpolitische Entscheidungen, institutionelle Reformen und wirtschaftliche Risiken auf den globalen Märkten bestimmen.
Full Profile
Warum Unternehmen mit Andrés Velasco zusammenarbeiten
- Er leitete Chiles Finanzpolitik während eines Rohstoff-Superzyklus und einer globalen Finanzkrise – er bildete trotz politischer Widerstände außerordentliche Rücklagen und setzte diese anschließend als antizyklische Konjunkturmaßnahmen ein. Dies ist keine Fallstudie, sondern seine direkte persönliche Bilanz, und sie hat unter den akademischen Ökonomen auf dem Markt für Referenten ihresgleichen.
- Seine Analyse finanz- und geldpolitischer Entscheidungen ist geprägt von seiner konkreten Erfahrung mit den institutionellen Mechanismen: als Minister, als Mitglied der G20-Gruppe namhafter Persönlichkeiten zur globalen Finanzgovernance und als aktuelles Mitglied der „Group of Thirty“ – einem Gremium, dem amtierende und ehemalige Zentralbankpräsidenten sowie Finanzminister angehören.
- Er stellt die Verbindung zwischen Makrozahlen und politischer Realität her, die in üblichen wirtschaftlichen Kommentaren fehlt: warum Regierungen bestimmte finanzpolitische Entscheidungen treffen, welche Zwänge auf sie einwirken und was dies für das Investitions- und Geschäftsumfeld der Unternehmen bedeutet.
- Seine seit 2001 erscheinende Kolumne bei Project Syndicate befasst sich mit Geopolitik, Populismus und makroökonomischer Politik – und bietet den Lesern eine Erfolgsbilanz aus Echtzeit-Analysen mit namentlicher Nennung, die sie selbst bewerten können, statt nur einer Zusammenfassung seiner Qualifikationen.
- Als Dekan der LSE School of Public Policy steht er im Zentrum der globalen Debatte über institutionelle Reformen, multilaterale Entwicklungsfinanzierung und die Zukunft der internationalen Wirtschaftsordnung – und verschafft Organisationen so Zugang zur aktuellen intellektuellen Agenda, nicht zum Konsens von gestern.
Wichtige Stationen seiner Laufbahn
- Erster Dekan der School of Public Policy, London School of Economics and Political Science (seit 2018)
- Finanzminister der Republik Chile, 2006–2010; von Emerging Markets (Euromoney) und América Economía zum lateinamerikanischen Finanzminister des Jahres gekürt
- Mitglied der „Group of Thirty“ – dem exklusiven Forum aus amtierenden und ehemaligen Zentralbankpräsidenten, Finanzministern und hochrangigen Ökonomen
- Mitglied der G20-Gruppe namhafter Persönlichkeiten für globale Finanzgovernance; Mitglied der hochrangigen Beratergruppe der Weltbank und des IWF für nachhaltigen und inklusiven Aufschwung und Wachstum
- Zuvor Sumitomo-FASID-Professor für Internationale Finanzen und Entwicklung an der Harvard Kennedy School; Professor für Berufspraxis an der School of International and Public Affairs der Columbia University
- Auszeichnung für herausragende Forschungsleistungen der Interamerikanischen Entwicklungsbank (2006); Autor von fast 100 wissenschaftlichen Artikeln und mehreren Büchern; seit 2001 regelmäßiger Autor bei Project Syndicate
- CEPR-Forschungsstipendiat; Co-Vorsitzender des Global Panel on the Future of the Multilateral Lending Institutions
Biografie
Die Finanzpolitik erscheint technisch, bis eine Regierung vor der Wahl steht, ob sie einen Rohstoffgewinn ausgeben oder sparen soll. Als Chiles Kupfereinnahmen 2006 sprunghaft anstiegen, hielt Andrés Velasco – damals Finanzminister – trotz starken innenpolitischen Drucks an den Reserven fest und baute Puffer in Höhe von rund 30 % des BIP auf. Als die Finanzkrise 2008 zuschlug, setzte er diese ein. Die „Financial Times“, „The Economist“, das „Wall Street Journal“ und Bloomberg berichteten alle darüber. Dies ist nach wie vor das konkreteste Beispiel für antizyklische Haushaltsdisziplin unter realen politischen Zwängen in der jüngeren Geschichte der Schwellenländer.
Diese Kombination – akademische Strenge in der Makroökonomie und direkter Einblick in die Entscheidungen, die tatsächlich getroffen werden – prägt alles, was Velasco heute an der LSE tut, wo er der erste Dekan der School of Public Policy ist. In seiner Forschung hat er sich stets mit der politischen Ökonomie von Reformen befasst: nicht damit, wie gute Politik theoretisch aussieht, sondern warum sie in der Praxis gelingt oder scheitert und welche institutionellen Rahmenbedingungen glaubwürdige Verpflichtungen ermöglichen. Das sind die Fragen, mit denen sich Vorstände und Führungsteams auseinandersetzen müssen, wenn sie versuchen, das fiskalische Umfeld einzuschätzen, das Länderrisiko zu bewerten oder zu verstehen, warum dieselbe politische Empfehlung in verschiedenen Ländern zu unterschiedlichen Ergebnissen führt.
Velascos Engagement für die globale Wirtschaftsordnung ist beständig und zielgerichtet. Er war Mitglied der G20-Gruppe namhafter Persönlichkeiten zur globalen Finanzordnung, war Mitvorsitzender des Global Panel on the Future of the Multilateral Lending Institutions und wirkte in der hochrangigen Beratergruppe der Weltbank und des IWF für nachhaltigen und inklusiven Aufschwung und Wachstum mit. Heute ist er Mitglied der „Group of Thirty“ – eines der exklusivsten Foren der internationalen Wirtschaftspolitik, das sich aus amtierenden und ehemaligen Zentralbankpräsidenten sowie Finanzministern zusammensetzt. Seine seit 2001 kontinuierlich erscheinende Kolumne bei Project Syndicate dokumentiert öffentlich seine analytischen Standpunkte zu Populismus, Haushaltsdisziplin, Multilateralismus und demokratischer Regierungsführung.
Für Organisationen, die sich in einer Zeit zurechtfinden müssen, in der die Finanzpolitik explizit politisch geworden ist und multilaterale Institutionen sichtbar unter Druck stehen, bietet Velasco etwas Konkretes: die Perspektive eines Menschen, der die Hebel in der Hand gehalten, die Mechanismen untersucht und die Debatte auf höchster institutioneller Ebene weiterhin mitgeprägt hat.
Wichtige Vortragsthemen
- Politische Ökonomie der Finanzpolitik und Wirtschaftsreformen
- Globale Wirtschaftsordnung und multilaterale Institutionen
- Antizyklische Finanzpolitik und Staatsrisiko
- Makroökonomie der Schwellenländer
- Populismus, Demokratie und Wirtschaftspolitik
- Internationale Finanzinstitutionen und Entwicklungsfinanzierung
- Geopolitische Risiken und globale Marktbedingungen
Ideal für
- Führungskräfte der obersten Ebene und Vorstandsmitglieder in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Investment und multinationalen Unternehmen, die strategische Einblicke in globale fiskalische und politische Risiken benötigen
- Strategie- und Risikoleiter, die sich in einem Umfeld geopolitischer und makroökonomischer Unsicherheit zurechtfinden müssen
- Teams für Regierungsangelegenheiten, öffentliche Politik und Regulierungsstrategie
- Internationale Wirtschaftsforen, Staatsfonds und Entwicklungsfinanzierungsinstitute
Lernziele für die Teilnehmer
- Ein klareres Rahmenkonzept, um finanz- und geldpolitische Entscheidungen als politische Handlungen mit strukturellen Zwängen zu verstehen – und nicht nur als technische Ergebnisse
- Konkrete Einblicke in die Entstehung, Reformierung und das Scheitern multilateraler Institutionen – und was dies für das wirtschaftliche Umfeld bedeutet, von dem Unternehmen abhängig sind
- Kontext zum Verständnis der Kluft zwischen politischer Absicht und politischem Ergebnis in Schwellen- und Industrieländern
- Ein präziseres Vokabular für die Diskussion über Länderrisiken, antizyklische Strategien und institutionelle Glaubwürdigkeit auf Vorstandsebene
- Einblick in die aktuelle intellektuelle Debatte über globale Wirtschaftsgovernance von jemandem, der diese aktiv mitgestaltet
Vorträge
Ausgehend von seiner Tätigkeit als Finanzminister und seiner laufenden Forschung an der LSE untersucht dieser Vortrag, warum wirtschaftlich schlüssige Maßnahmen politisch scheitern – und was Institutionen und Führungskräfte tun können, um die Voraussetzungen für glaubwürdige, dauerhafte Reformen zu schaffen.
Wichtigste Erkenntnisse:
- Warum politische Zwänge in der Wirtschaftspolitik struktureller Natur und kein Zufall sind – und wie man sie richtig einschätzt
- Was einen finanzpolitischen Rahmen glaubwürdig macht – und was die Glaubwürdigkeit schneller untergräbt als schlechte Wirtschaftspolitik
- Wie Populismus das Umfeld für die Wirtschaftssteuerung neu gestaltet und was institutionelle Strategien der Mitte realistisch erreichen können
Eine direkte Untersuchung der Kräfte – geopolitische Fragmentierung, institutioneller Verfall und politische Kurzfristigkeit –, die eine nachhaltige Wirtschaftssteuerung zunehmend erschweren.
Wichtigste Erkenntnisse:
- Die spezifischen institutionellen Rahmenbedingungen, die das antizyklische Modell Chiles zum Erfolg geführt haben – und die Bedingungen, die anderen Regierungen fehlen
- Wo die derzeitige internationale Wirtschaftsordnung unter echtem strukturellem Druck steht und wo die Besorgnis übertrieben ist
- Wie Führungskräfte bei strategischen Entscheidungen dauerhafte geopolitische Trends von kurzfristigem politischem Rauschen unterscheiden können