Dalia Marin
Globale Lieferketten werden unter dem Druck von Zöllen, geopolitischen Schocks und billigeren Industrierobotern neu gestaltet. Führungsteams, die ein Jahrzehnt lang ihre Margen durch kostengünstige Auslagerung ins Ausland gesichert haben, stehen nun vor einer schwierigeren Frage: Welche Teile des Produktionsnetzwerks lohnt es sich noch, im Ausland zu behalten, und welche müssen zurückverlagert werden? Die meisten Vorstände treffen diese Entscheidung aus dem Bauch heraus, ohne über wirtschaftliche Belege zu verfügen, um die Vor- und Nachteile abzuwägen.
Dalia Marin ist Inhaberin des Lehrstuhls für Internationale Wirtschaft an der Technischen Universität München und Bruegel-Fellow. Ihre Forschungsarbeit hilft Unternehmen und politischen Entscheidungsträgern dabei, die strukturellen Kräfte zu verstehen, die die globalen Lieferketten neu gestalten.
Full Profile
Warum Unternehmen mit Dalia Marin zusammenarbeiten
- Ihre von Fachkollegen begutachtete Forschung verknüpft Automatisierung, handelspolitische Unsicherheit und Reshoring in einem einzigen empirischen Modell und bietet Führungsteams damit eine fundierte Grundlage für Entscheidungen zur Lieferkette – statt bloßer Narrative.
- Sie fungiert als Vermittlerin zwischen der Politik in Brüssel und Berlin und den Vorstandsetagen der Unternehmen und stützt sich dabei auf ihre Beratertätigkeit für die Europäische Kommission, die EBWE und den IWF.
- Ihre Kolumne bei Project Syndicate ist eine fortlaufende öffentliche Referenz zu den Themen Deglobalisierung, Deindustrialisierung in Deutschland und den Auswirkungen der KI auf den Arbeitsmarkt und wird von Lesern aus Politik und Wirtschaft in ganz Europa verfolgt.
- Sie ist eine der wenigen hochrangigen Ökonominnen, die das deutsche Industriemodell und das damit verbundene osteuropäische Produktionsnetzwerk seit den 1990er Jahren kontinuierlich verfolgt haben. Diese langfristige Perspektive ist wichtig, wenn Unternehmen dieselben Regionen neu bewerten.
Wichtige Stationen ihres Werdegangs
- Lehrstuhl für Internationale Wirtschaft, TUM School of Management, Technische Universität München.
- Nicht-residente Fellow bei Bruegel und Forschungsstipendiatin am Centre for Economic Policy Research.
- Ehemalige Professorin für Internationale Wirtschaftswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München (1998 bis 2017).
- Mitherausgeber von „The Organization of Firms in a Global Economy“ (Harvard University Press, 2008) zusammen mit Elhanan Helpman und Thierry Verdier.
- Mitautor von „Global Value Chains in a World of Uncertainty and Automation“, Journal of International Economics, 2025.
- Gastprofessuren an den Universitäten Harvard, Stanford und NYU Stern sowie beim IWF, am NBER und am Europäischen Hochschulinstitut.
- Kolumnist bei Project Syndicate zu den Themen Deglobalisierung, Industriepolitik und die Zukunft des deutschen Wirtschaftsmodells.
Biografie
Die Debatte um das Reshoring ist über das Stadium der Schlagworte hinausgegangen. Unternehmen verlagern ihre Produktion tatsächlich zurück in Länder mit hohem Einkommen, und die wirtschaftswissenschaftliche Literatur beginnt zu erklären, warum. Handelspolitische Unsicherheit und kostengünstigere Industrieroboter führen gemeinsam zu einer Umstrukturierung globaler Lieferketten, die die Logik des Offshorings der letzten zehn Jahre nicht vorhergesehen hat.
Das ist das Kernargument von Marins jüngster Arbeit, die 2025 gemeinsam im „Journal of International Economics“ veröffentlicht wurde. Ihre Forschung zeigt, dass die Unsicherheit bei Zulieferern aus Entwicklungsländern die Produktion zurück in Länder mit hohem Einkommen verlagert – allerdings nur dort, wo Roboter dies wirtschaftlich machbar gemacht haben. Für ein Fachpublikum aus den Bereichen Betriebswirtschaft und Strategie ist dies ein nützlicher Rahmen: Reshoring ist keine politische Stimmung, sondern eine messbare Reaktion auf zwei Kräfte, die modelliert werden können.
Ihr umfassendes Werk erstreckt sich über Bruegel, das CEPR und eine regelmäßige Kolumne bei Project Syndicate. Sie schreibt kontinuierlich über das deutsche Wirtschaftsmodell, das darauf aufbauende osteuropäische Produktionsnetzwerk sowie die inflations- und arbeitsmarktpolitischen Folgen eines teilweisen Rückzugs aus der Globalisierung. Ihre Beratungstätigkeit für die Europäische Kommission, die EBWE und den IWF ergänzt ihre wissenschaftliche Arbeit, anstatt sie zu ersetzen.
Sie hatte fast zwei Jahrzehnte lang den Lehrstuhl für Internationale Wirtschaftswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München inne, bevor sie an die TUM wechselte. Gastprofessuren an der Harvard University, der Stanford University, der NYU Stern School of Business, beim IWF und am NBER verorten sie in dem Netzwerk von Ökonomen, die die Rahmenbedingungen der handelspolitischen Debatte bestimmen. Der Mehrwert für ein Unternehmenspublikum liegt darin, dass sie diese fachliche Diskussion mit der tatsächlich anstehenden Frage verknüpfen kann: Wie sieht die Lieferkettenstrategie des nächsten Jahrzehnts aus, wenn die alten Annahmen zur Globalisierung nicht mehr gelten?
Wichtige Vortragsthemen
- Deglobalisierung und die Umstrukturierung globaler Lieferketten
- Automatisierung, Roboter und Reshoring
- Das deutsche Wirtschaftsmodell und die Wettbewerbsfähigkeit Europas
- Internationale Handelspolitik und geopolitische Risiken
- Multinationale Unternehmen und die Organisation der globalen Produktion
- Industriepolitik in Europa und den Vereinigten Staaten
- Inflation, Arbeitsmärkte und die Ökonomie der Deglobalisierung
Ideal für
- Vorstände und Geschäftsführungen, die den Fußabdruck ihrer Lieferketten vor dem Hintergrund von Zöllen, geopolitischen Risiken und Automatisierung neu bewerten
- CSOs, Strategieleiter und COOs, die für Produktions- und Beschaffungsentscheidungen in Industrie- und exportorientierten Unternehmen verantwortlich sind
- Politikforen, Investorenkonferenzen und Wirtschaftsgipfel mit Schwerpunkt auf Europa, Deutschland und der Zukunft des globalen Handels
- Führungskräfte in Finanzinstituten und multinationalen Konzernen mit bedeutendem Engagement in Osteuropa und der deutschen Industriebasis
Ergebnisse für die Teilnehmer
- Ein klares Verständnis der empirischen Belege zu Reshoring, Automatisierung und handelspolitischer Unsicherheit – jenseits der Schlagzeilen
- Ein schärferer Blick darauf, wo das deutsche Wirtschaftsmodell stark ist und wo es Schwachstellen aufweist – mit Konsequenzen für alle, die im europäischen Industrienetzwerk geschäftlich tätig sind
- Ein praktischer Rahmen zur Beurteilung, welche Teile einer Lieferkette für ein Reshoring in Frage kommen und welche nicht
- Eine fundierte Perspektive auf die makroökonomischen Folgen der Deglobalisierung, einschließlich der Auswirkungen auf Inflation und Arbeitsmärkte
- Formulierungen und Belege, die Führungskräfte in ihren eigenen Vorstandsgesprächen zum Thema geopolitische und handelspolitische Risiken verwenden können