Carlo Cottarelli
Die Staatsverschuldung in den Industrieländern ist nach wie vor hoch, was wichtige Fragen hinsichtlich der Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen aufwirft. Für Vorstände und Investoren mit Engagement an den europäischen Märkten ist es von entscheidender Bedeutung zu verstehen, wie die Regierungen ihre Verschuldung steuern, da dies direkten Einfluss auf das Risiko, das Marktvertrauen und die langfristige Kapitalallokation hat.
Carlo Cottarelli ist ein italienischer Wirtschaftswissenschaftler und ehemaliger Leiter der Abteilung für Fiskalpolitik beim IWF, der hochrangige Zuhörer zu den Themen Staatsverschuldung, öffentliche Finanzen und europäische Wirtschaftssteuerung berät.
Full Profile
Warum Organisationen mit Carlo Cottarelli zusammenarbeiten
- Er leitete fünf Jahre lang die Abteilung für Finanzpolitik des IWF, das Team, das rund die Hälfte der technischen Unterstützung des Fonds für Regierungen weltweit im Bereich der öffentlichen Finanzen leistet.
- Er hat den „Fiscal Monitor“ des IWF ins Leben gerufen und weiterentwickelt – eine der drei wichtigsten Publikationen des IWF, die heute die globale Debatte über Staatsverschuldung und fiskalische Nachhaltigkeit prägen.
- Vertrat Italien, Albanien, Griechenland, Malta, Portugal und San Marino im Exekutivdirektorium des IWF und war somit bei der Erörterung und Verabschiedung wichtiger staatlicher Entscheidungen vor Ort dabei.
- War unter den Ministerpräsidenten Letta und Renzi als italienischer Beauftragter für die Reform der öffentlichen Ausgaben tätig und verfügt somit über praktische Erfahrung darin, was eine Regierung tatsächlich tun muss, um die öffentlichen Ausgaben zu senken.
- Er erhielt während der politischen Krise 2018 den Auftrag des Präsidenten zur Bildung einer italienischen Regierung, wodurch seine Analyse des fiskalischen Populismus eine Perspektive erhielt, die nur wenige Ökonomen teilen.
Wichtige Stationen seiner Laufbahn
- Leiter der Abteilung für Finanzpolitik beim Internationalen Währungsfonds, 2008 bis 2013.
- Beauftragter für die Reform der öffentlichen Ausgaben in Italien unter den Regierungen Letta und Renzi.
- Exekutivdirektor im Exekutivdirektorium des IWF für Italien, Albanien, Griechenland, Malta, Portugal und San Marino.
- Im Mai 2018 von Präsident Sergio Mattarella zum designierten Ministerpräsidenten Italiens ernannt.
- Leiter der Beobachtungsstelle für italienische öffentliche Finanzen an der Università Cattolica del Sacro Cuore in Mailand.
- Senator der Italienischen Republik für die Demokratische Partei (Lombardei), gewählt 2022.
- Autor von „What We Owe: Truths, Myths, and Lies about Public Debt“ (Brookings Institution Press) sowie von sechs bei Feltrinelli erschienenen Titeln in italienischer Sprache zu den Themen Verschuldung und Wirtschaftspolitik.
Biografie
Am 28. Mai 2018 beauftragte Präsident Sergio Mattarella Carlo Cottarelli mit der Bildung einer Übergangsregierung in Italien. Der Versuch scheiterte. Doch der Moment war von Bedeutung, denn er rückte einen Berufswissenschaftler in den Mittelpunkt einer politischen Krise, in der es um die Glaubwürdigkeit der öffentlichen Finanzen ging.
Eine solche Position ist kein Zufall. Fast dreißig Jahre lang arbeitete Cottarelli beim Internationalen Währungsfonds (IWF), und von 2008 bis 2013 leitete er dessen Abteilung für Fiskalpolitik. Unter seiner Führung entwickelte das Team den „Fiscal Monitor“, eine der drei wichtigsten Publikationen des IWF, die heute das globale Denken über Staatsverschuldung und Haushaltsdisziplin prägt. Später kehrte er als Exekutivdirektor für Italien, Albanien, Griechenland, Malta, Portugal und San Marino zum Fonds zurück.
Zwischen diesen beiden Stationen beim IWF ernannte ihn Italien unter den Regierungen Letta und Renzi zum Beauftragten für die Reform der öffentlichen Ausgaben. Die italienische Presse nannte ihn „Mr. Scissors“. Er verbrachte ein Jahr in der Regierung und versuchte, finanzpolitische Analysen in konkrete Kürzungen umzusetzen, und sammelte dabei direkte Erfahrungen darüber, wo Reformen ins Stocken geraten und warum.
Er leitet die Beobachtungsstelle für italienische öffentliche Finanzen an der Università Cattolica del Sacro Cuore in Mailand, wo er auch das Programm für Wirtschaftswissenschaften und Sozialwissenschaften leitet. Er wurde 2022 als Senator für die Demokratische Partei gewählt und hat an der Bocconi-Universität Fiskalmakroökonomie unterrichtet. Bei der Brookings Institution Press hat er das Buch „What We Owe: Truths, Myths, and Lies about Public Debt“ veröffentlicht. Bei Feltrinelli hat er sechs vielgelesene italienische Bände über Verschuldung und öffentliche Ausgaben verfasst.
Wichtige Vortragsthemen
- Staatsverschuldung und fiskalische Nachhaltigkeit
- Reform der öffentlichen Ausgaben
- Europäische Wirtschaftssteuerung
- Internationale Währungsinstitutionen
- Makroökonomische Politik
- Italienische öffentliche Finanzen
- Haushaltskredibilität und politisches Risiko
Ideal für
- Vorstände und Führungskräfte von Finanzinstituten mit Engagement in europäischen Staatsanleihen
- Finanzvorstände und Treasury-Teams multinationaler Unternehmen, die Entscheidungen zur Kapitalallokation in den Märkten der Eurozone treffen
- Vertreter von Regierungen und Zentralbanken, die im Bereich der Finanzpolitik und der öffentlichen Finanzverwaltung tätig sind
Lernziele
- Ein klareres Bild davon, welche europäischen Volkswirtschaften unter echtem finanzpolitischem Druck stehen und welche diesen politisch übertreiben
- Ein Einblick darin, wie der IWF, die EZB und die wichtigsten Finanzministerien jenseits der Schlagzeilen tatsächlich über die Tragfähigkeit der Verschuldung denken
- Eine ehrliche Darstellung dessen, wie Reformen der öffentlichen Ausgaben aus Sicht der Regierung aussehen – einschließlich der Hindernisse, die diesen im Weg stehen
- Praktisches Wissen über die fiskalischen Variablen, die für Unternehmens- und Finanzentscheidungen in Europa am wichtigsten sind