Jürgen Stark
Vorstände, die Kapitalentscheidungen mit langfristiger Perspektive treffen, verfolgen die Mitteilungen der Zentralbanken so aufmerksam wie seit einer Generation nicht mehr. Die Frage ist nicht mehr, ob sich die Zinssätze bewegen, sondern ob die Institutionen, die sie festlegen, noch immer im Rahmen der Mandate agieren, die die Märkte seit dreißig Jahren einpreisen. Kapitalgeber, die diesen Wandel falsch einschätzen, werden alles, was sich daraus ergibt, falsch bewerten.
Jürgen Stark ist ehemaliges Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank und Chefökonom. Er unterstützt Vorstände und Investoren dabei, die Geldpolitik und die Risiken in der Eurozone aus der Perspektive der Institutionen zu verstehen, die diese gestalten.
Full Profile
Warum Unternehmen mit Jürgen Stark zusammenarbeiten
- Er war während der Staatsschuldenkrise in der Eurozone Mitglied des EZB-Rats und trat wegen des darauf folgenden Anleihekaufprogramms zurück; so vermittelt er seinem Publikum aus erster Hand, wie die Institution tatsächlich entscheidet
- Zwei Amtszeiten als Vizepräsident der Bundesbank und eine Tätigkeit als Staatssekretär im Bundesfinanzministerium verschafften ihm Einblick in die Verhandlungen, die den Maastricht-Rahmen und den Stabilitäts- und Wachstumspakt prägten
- Als ehemaliger Verfasser der EZB-Mitteilungen interpretiert er diese aus der Perspektive eines Insiders – eine wertvolle Hilfe für Finanzvorstände und CIOs, die versuchen, in der Sprache der Zentralbank Signale von Substanz zu unterscheiden
- Seine Haltung ist in Bezug auf Inflation und Haushaltsdisziplin durchweg restriktiv – eine Position, die Unternehmen suchen, wenn sie ein Gegengewicht zu den gängigen makroökonomischen Ansichten benötigen
Wichtige Stationen
- Mitglied des Direktoriums und Chefökonom der Europäischen Zentralbank, 2006 bis 2011
- Vizepräsident der Deutschen Bundesbank für zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten, 1998 bis 2006
- Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und G7/G8-Sherpa von Bundeskanzler Helmut Kohl, 1995 bis 1998
- Promotion in Wirtschaftswissenschaften an der Universität Tübingen; Honorarprofessor an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen
- Mitglied des Amundi Global Advisory Board und des Kuratoriums der Bertelsmann Stiftung
Biografie
Der Rücktritt von der Europäischen Zentralbank im September 2011 ist der treffendste Weg, um Jürgen Starks intellektuelle Position zu verstehen. Er verließ den EZB-Rat drei Jahre vor Ablauf seiner Amtszeit, da er mit den Anleihekäufen italienischer und spanischer Staatsanleihen, die die EZB im Rahmen ihres Wertpapiermarktprogramms begonnen hatte, nicht einverstanden war. Die Institution führte seinen Rücktritt auf persönliche Gründe zurück; der eigentliche Grund war eine Meinungsverschiedenheit darüber, was das Mandat einer Zentralbank tatsächlich zulässt.
Diese Meinungsverschiedenheit zieht sich wie ein roter Faden durch seine Karriere. Zwei Amtszeiten als Vizepräsident der Deutschen Bundesbank von 1998 bis 2006 versetzten ihn in den Mittelpunkt der deutschen Geldpolitik während der Einführung des Euro und des ersten Jahrzehnts des Bestehens der Eurozone. Zuvor war er als Staatssekretär im Bundesfinanzministerium als G7-Sherpa für Bundeskanzler Helmut Kohl tätig, während der Zeit, in der der Stabilitäts- und Wachstumspakt entstand.
Die Promotion in Tübingen und die darauf folgende Ehrenprofessur sind die akademischen Ankerpunkte einer ansonsten praxisorientierten Karriere. Er schreibt und referiert weiterhin über die fiskalische Architektur der Eurozone, Geldpolitik und die institutionelle Glaubwürdigkeit von Zentralbanken und ist Mitglied des Amundi Global Advisory Board sowie des Kuratoriums der Bertelsmann Stiftung.
Was er einem hochrangigen Publikum bietet, sind keine Kommentare aus der Distanz zu den Institutionen, sondern die Sichtweise eines Mannes, der während der Krise, die die moderne Eurozone geprägt hat, den Posten des Chefökonomen bei der EZB innehatte und aus Prinzip zurücktrat.
Wichtige Vortragsthemen
- Europäische Geldpolitik und das Mandat der EZB
- Fiskalarchitektur der Eurozone und der Stabilitäts- und Wachstumspakt
- Inflation, Zinssätze und die Glaubwürdigkeit der Zentralbanken
- Staatsverschuldung und die Staatsschuldenkrise in der Eurozone
- Makroökonomischer Ausblick für den Euroraum
- Kommunikation der Zentralbank und Marktsignale
Ideal für
- Vorstände, Prüfungsausschüsse und Finanzvorstände, die angesichts der geldpolitischen Unsicherheit in der Eurozone die Kapitalallokationspolitik festlegen
- Bank-Treasurer, Vermögensverwalter und institutionelle Anleger, die sich mit der geldpolitischen Ausrichtung der EZB und der Bundesbank befassen
- Foren zu Politik und Wirtschaft, in denen ein Bericht aus erster Hand über die Entscheidungen des EZB-Rats der Diskussion mehr Substanz verleiht
Ergebnisse für das Publikum
- Ein direkter Einblick in die tatsächlichen Entscheidungsprozesse des EZB-Rats von jemandem, der selbst Mitglied war
- Eine Einschätzung dazu, ob die aktuelle Geldpolitik mit dem in Maastricht festgelegten institutionellen Mandat vereinbar ist
- Eine klare makroökonomische Sichtweise eines anerkannten Inflationsfalken, die als Gegengewicht dient, wenn interne Prognosen sich auf einen Konsens konzentrieren
- Der historische Kontext, der erklärt, warum die Haushaltsregeln der Eurozone in ihrer jetzigen Form existieren und wo heute die aktuellen Spannungen liegen