Carl Frey
Unternehmen führen KI schneller ein, als sie ihre Personalstrategien überdenken. Die Kluft zwischen Investitionen in Automatisierung und Personalstrategie ist kein technisches, sondern ein institutionelles Problem. Jede historische Welle technologischer Umbrüche hat denselben Fehler hervorgebracht: den kurzfristigen Verlust von Arbeitsplätzen als dauerhaften Rückgang zu betrachten oder sich dem Wandel zu widersetzen, bis das Zeitfenster für Anpassungen geschlossen ist.
Ob KI für ein Unternehmen einen Mehrwert schafft oder ihn vernichtet, hängt mehr von den institutionellen Entscheidungen ab, die als Reaktion darauf getroffen werden, als von der Technologie selbst – das ist das zentrale Argument von Carl Benedikt Frey, dem Dieter-Schwarz-Associate-Professor für KI und Arbeit an der Universität Oxford, dessen Arbeitsmarktforschung und Wirtschaftsgeschichte Führungskräften den Rahmen bieten, um entsprechend zu handeln.
Full Profile
Warum Unternehmen mit Carl Frey zusammenarbeiten
- Die 2013 von Frey gemeinsam mit Michael Osborne verfasste Studie – in der geschätzt wird, dass 47 % der Arbeitsplätze in den USA durch Automatisierung gefährdet sind – ist eine der meistzitierten Arbeiten der Sozialwissenschaften der letzten zwei Jahrzehnte; ihre Methodik wurde vom Wirtschaftsrat von Obama, der Weltbank und der Bank of England übernommen. Kein vergleichbarer Redner in diesem Bereich bringt ein solches Maß an intellektueller Kompetenz in die Diskussion ein.
- Sein Konzept der „Technologiefalle“ gibt Vorständen einen präzise benannten Mechanismus an die Hand, um ihre eigene institutionelle Reaktion auf KI zu diagnostizieren: das Muster, durch das Bemühungen, kurzfristigen Disruptionen zu widerstehen, Organisationen die langfristigen Gewinne vorenthalten, die Technologie ermöglicht.
- „How Progress Ends“ (Princeton, 2025) befasst sich mit der Frage, die derzeit ganz oben auf den Tagesordnungen der meisten Vorstände steht – warum behalten manche Organisationen und Nationen die Fähigkeit, von neuen Technologien zu profitieren, während andere stagnieren – und gibt Führungskräften eine dauerhafte, historisch fundierte Antwort statt einer Prognose.
- Seine Analyse basiert auf 1.000 Jahren Wirtschaftsgeschichte und nicht auf der Extrapolation aktueller Trends. Das bedeutet, dass das von ihm vorgestellte Rahmenwerk die nächste Welle von KI-Ankündigungen überstehen wird, anstatt mit jeder neuen Modellveröffentlichung obsolet zu werden.
- Durch seine beratenden Funktionen bei der G20, der OECD, der Europäischen Kommission und der OECD Global Partnership on Artificial Intelligence bringt er regulatorisches und politisches Know-how mit, das den meisten akademischen Referenten fehlt – Organisationen verstehen so nicht nur die Technologie, sondern auch das sich um sie herum bildende Governance-Umfeld.
Biografische Höhepunkte
- Dieter Schwarz Außerordentlicher Professor für KI und Arbeit am Oxford Internet Institute; Fellow am Mansfield College; Direktor des Future of Work Programme an der Oxford Martin School, Universität Oxford
- Mitautor von „The Future of Employment“ (2013, zusammen mit Michael Osborne) – eine der meistzitierten sozialwissenschaftlichen Arbeiten der letzten zwei Jahrzehnte; über 20.000 Zitate auf Google Scholar; Methodik übernommen vom Obamas Council of Economic Advisors, der Weltbank und der Bank of England
- Autor von „The Technology Trap“ (Princeton University Press, 2019) – Financial Times Best Books of the Year; Gewinner des Richard A. Lester Prize for Outstanding Book in Industrial Relations and Labour Economics (Princeton University)
- Autor von „How Progress Ends“ (Princeton University Press, 2025) – nominiert für den FT/Schroders Business Book of the Year Award; Finalist für den Lionel-Gelber-Preis
- Berater der G20, der OECD, der Europäischen Kommission und der Vereinten Nationen; ehemaliges Mitglied der OECD Global Partnership on Artificial Intelligence und des Global Future Council on the New Economic Agenda des Weltwirtschaftsforums
- Von IDEAS/RePEC unter den besten 0,5 % der Ökonomen weltweit eingestuft; Autor für die Financial Times, das Wall Street Journal, Foreign Affairs, Scientific American und The Economist (auf Einladung)
Biografie
Die Studie, die 47 % der Arbeitsplätze in den USA als durch Automatisierung gefährdet einstufte – 2013 in Oxford von Carl Benedikt Frey und Michael Osborne verfasst –, prägte die globale politische Debatte neu und wurde zu einer der meistzitierten Arbeiten in den Sozialwissenschaften dieses Jahrzehnts. Obamas Rat der Wirtschaftsberater nutzte ihre Methodik. Ebenso die Weltbank und die Bank of England. The Economist bezeichnete Frey später als „zufälligen Schwarzmaler“: Seine eigene Interpretation der Beweislage war wesentlich differenzierter als die Schlagzeilen.
Diese Differenzierung wurde zum Thema seines ersten Buches. The Technology Trap (Princeton, 2019) – von der Financial Times zum besten Buch des Jahres gekürt und Gewinner des Richard A. Lester-Preises der Princeton University – argumentierte, dass das eigentliche Risiko der Automatisierung nicht darin besteht, dass Arbeitsplätze verschwinden, sondern dass Organisationen und Regierungen den Wandel falsch managen. Ausgehend von der industriellen Revolution und der Computerrevolution benannte Frey den Fehlermodus präzise: Widerstand gegen kurzfristige Disruptionen, so zeigte er, führt tendenziell dazu, dass langfristige Gewinne verpasst werden.
Sein 2025 erschienenes Buch „How Progress Ends“ – nominiert für den FT/Schroders Business Book of the Year Award – erweitert den Rahmen auf die Frage, die heute im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie steht: Warum behalten manche Organisationen und Nationen die Fähigkeit, von neuen Technologien zu profitieren, während andere stagnieren? Freys Antwort, die auf 1.000 Jahren Wirtschaftsgeschichte vom China der Song-Dynastie bis zur Gegenwart basiert, identifiziert das Gleichgewicht zwischen dezentraler Innovation und der institutionellen Fähigkeit zur Skalierung als entscheidenden Faktor.
Als Dieter-Schwarz-Associate-Professor für KI und Arbeit am Oxford Internet Institute und Direktor des Future of Work Programme an der Oxford Martin School berät Frey die G20, die OECD, die Europäische Kommission und die Vereinten Nationen. Seine Analysen erscheinen in der Financial Times, im Wall Street Journal, in Foreign Affairs und in Scientific American. IDEAS/RePEC stuft ihn unter den besten 0,5 % der Ökonomen weltweit ein.
Wichtige Vortragsthemen
- Automatisierung, KI und der Wandel des Arbeitsmarktes
- Die Technologiefalle: historische Lehren für das Zeitalter der KI
- Warum der Fortschritt ins Stocken gerät – und was Organisationen und Nationen dagegen tun können
- Personalstrategie im Zeitalter des technologischen Umbruchs
- KI, Ungleichheit und die Verteilung wirtschaftlicher Gewinne
- Industriepolitik und die Geopolitik der technologischen Führungsrolle
- Die Ökonomie der Innovation: Dezentralisierung, Skalierung und Wettbewerbsvorteil
Ideal für
- Vorstände und Führungsteams auf C-Level, die Entscheidungen zu KI-Investitionen und langfristigen Personalstrategien treffen
- CHROs und Transformationsleiter, die evidenzbasierte Rahmenwerke für die Personalplanung unter den Bedingungen technologischer Disruption entwickeln
- Abteilungen für Politik und Public Affairs in Branchen, die unmittelbar von Automatisierung betroffen sind – Finanzdienstleistungen, professionelle Dienstleistungen, Fertigung
- Strategie- und Szenarioplanungsteams in Organisationen mit umfangreichen KI- oder Digitalisierungsprogrammen
Ergebnisse für die Zielgruppe
- Ein historisch fundiertes Rahmenwerk zur Unterscheidung zwischen Automatisierung, die Arbeitskräfte verdrängt, und Technologie, die die Möglichkeiten der Arbeitskräfte erweitert – und warum dieser Unterschied für Investitionsentscheidungen von Bedeutung ist
- Ein praktisches Verständnis des Mechanismus der „Technologiefalle“: Wie man institutionellen Widerstand erkennt, bevor er strategisch kostspielig wird
- Konkrete Kriterien zur Bewertung von Personal- und KI-Investitionsentscheidungen vor dem Hintergrund historischer Muster von Disruption, Wandel und Erholung
- Einblick in die makroökonomischen und geopolitischen Bedingungen, die die Einführung von KI prägen – einschließlich der Frage, was der Wettbewerb zwischen den USA und China um die technologische Führungsrolle für die Unternehmensstrategie bedeutet
- Präzisere Formulierungen und stichhaltigere Argumente für Gespräche auf Vorstandsebene über KI, die Belegschaft und die langfristige Wettbewerbspositionierung
Vorträge
Untersucht, warum Bemühungen von Unternehmen, Regierungen und Arbeitnehmern, Arbeitsplätze vor der Automatisierung zu schützen, disruptive Veränderungen eher verzögern als verhindern, und was dieses historische Muster für das heutige Handeln von Führungskräften im Umgang mit KI bedeutet.
Wichtige Erkenntnisse:
- Die historischen Umstände, unter denen Widerstand gegen die Automatisierung langfristigen wirtschaftlichen Schaden verursacht hat – und die spezifischen Mechanismen, durch die dies geschieht
- Wie man kurzfristige Störungen der Arbeitswelt von einem dauerhaften strukturellen Niedergang unterscheidet und warum die Vermischung beider zu einer schlechten Strategie führt
- Praktische Implikationen für die Unternehmenspolitik hinsichtlich der Einführung von KI und des Wandels in der Belegschaft
Anhand der Wirtschaftsgeschichte wird die gängigste Behauptung zu KI und Beschäftigung hinterfragt – nämlich, dass sich diese Automatisierungswelle grundlegend von den vorangegangenen unterscheidet – und es wird ein stärker evidenzbasierter Rahmen dafür geboten, worauf sich Vorstände und Personalverantwortliche tatsächlich vorbereiten sollten.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Was uns die industrielle Revolution und die Computerrevolution über den aktuellen KI-Wandel sagen – und was nicht
- Unter welchen Bedingungen hat der technologische Wandel in der Vergangenheit neue Arbeitsbereiche geschaffen, und ob diese Bedingungen derzeit gegeben sind
- Wie man Annahmen für die Personalplanung entwickelt, die auf historischen Belegen statt auf Technologieprognosen basieren
Stützt sich auf Freys Arbeitsmarktforschung, um Unternehmen einen praktischen Rahmen zu bieten, anhand dessen sie erkennen können, welche Aufgabenbereiche und Kompetenzen am stärksten von Automatisierung bedroht sind – und wo die tatsächlichen strategischen Risiken liegen.
Wichtige Erkenntnisse:
- Die Methodik hinter dem Frey-Osborne-Rahmenwerk und wie Unternehmen es auf ihre eigene Personalplanung anwenden können
- Warum das Risiko der Automatisierung ungleich verteilt ist – und warum Geografie, Branche und Organisationsstruktur das Ergebnis beeinflussen
- Die organisatorischen und politischen Hebel, die am ehesten darüber entscheiden, ob KI-getriebene Umbrüche zu besseren oder schlechteren Ergebnissen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber führen