Gerd Leonhard
Unternehmen setzen KI-Fähigkeiten schneller ein, als sie die Governance-Strukturen zu deren Steuerung aufbauen können. Die Kluft zwischen dem, was die Technologie leisten kann, und dem, was die Unternehmensführung für ihre Aufgabe bestimmt hat, wird immer größer. Die schwierigere Frage ist nicht, ob automatisiert werden soll, sondern was in menschlicher Hand bleiben muss – und die meisten Vorstände verfügen noch nicht über einen Rahmen, um diese Frage zu beantworten.
Während Unternehmen sich schwer tun zu entscheiden, wo die Grenzen der KI liegen und wo menschliches Urteilsvermögen ansetzen muss, liefert Gerd Leonhard – Autor von „Technology vs Humanity“ und CEO von The Futures Agency – Vorständen und Führungsteams die Rahmenbedingungen, um diese Grenze zu ziehen.
Full Profile
Warum Unternehmen mit Gerd Leonhard zusammenarbeiten
- Das Konzept der „Androrithmen“ – Leonhards Begriff für die menschlichen Eigenschaften (Empathie, ethisches Urteilsvermögen, kreatives Urteilsvermögen), die Algorithmen nicht nachbilden können – gibt Führungsteams ein Governance-Vokabular an die Hand, das die meisten KI-Berater außer Acht lassen. Dadurch verlagert sich die Diskussion von der Frage „Was können wir automatisieren?“ hin zu „Was müssen wir schützen, und warum ist das eine strategische Entscheidung?“
- Er ist Mitautor von „The Future of Music“ (Berklee Press, 2005) und prognostizierte darin zutreffend, dass Streaming den Besitz als dominantes Musikmodell ablösen würde – Jahre bevor die Branche dies akzeptierte. Diese nachweisbare Erfolgsbilanz bei Vorhersagen unterscheidet seine aktuellen KI-Argumente von Spekulationen, die nicht anhand von Ergebnissen überprüft werden können.
- Das „Ten Megashifts“-Framework – das zehn gleichzeitig wirkende technologische Kräfte wie Digitalisierung, Intelligisierung, Automatisierung und Robotisierung als komplexes System abbildet – gibt Strategie- und Transformationsteams ein Werkzeug an die Hand, um zu prüfen, ob ihre Roadmaps das gesamte Ausmaß der Disruption berücksichtigen und nicht nur den sichtbarsten Trend.
- Das „HellVen“-Szenario-Konzept fasst die technologische Zukunft nicht als Vorhersage, sondern als eine Governance-Entscheidung zwischen radikal unterschiedlichen Ergebnissen auf. Es ist ein praktisches Instrument für Vorstände, die Szenarioplanungen zur KI-Strategie und zu langfristigen institutionellen Risiken durchführen.
- Seine These aus dem Jahr 2016, dass digitale Ethik zu einem unverzichtbaren Thema der Unternehmensführung werden würde, wurde veröffentlicht, noch bevor die Regulierung der KI auf einer der großen politischen Agenden stand. Diese These hat sich seitdem bestätigt und verleiht seinen aktuellen Positionen zur Rechenschaftspflicht bei KI und zur Unternehmensverantwortung zusätzliches Gewicht.
Wichtige Stationen seiner Biografie
- Autor von „Technology vs Humanity: The Coming Clash Between Man and Machine“ (2016), erschienen in 12 Sprachen; Mitautor von „The Future of Music“ (Berklee Press, 2005)
- Gründer und CEO von The Futures Agency, Zürich; Gastprofessor an der Fundação Dom Cabral, São Paulo
- Mitglied der Royal Society for the Arts (FRSA), London
- Von Wired UK als einer der 100 einflussreichsten Menschen Europas gelistet; vom Wall Street Journal als „einer der weltweit führenden Medienfuturisten“ bezeichnet (2006)
- Beiträge und Interviews veröffentlicht in oder vorgestellt von The Guardian, Harvard Business Review, Business Insider und Wired UK; Fernsehauftritte bei BBC, CNN, ARTE und ZDF
- Absolvent des Berklee College of Music; Preisträger des Quincy-Jones-Preises (1985); ehemaliger professioneller Gitarrist, Komponist und Unternehmer im Bereich digitale Medien, San Francisco
Biografie
Als „Technology vs Humanity“ 2016 erschien, enthielt es eine zentrale These: Entscheidungen darüber, was automatisiert werden soll, sind im Grunde ethische Entscheidungen und nicht nur operative. Die Vorstände waren größtenteils anderer Meinung. Nun sind sie gezwungen, diese Einschätzung zu überdenken. Als CEO von The Futures Agency in Zürich hat Gerd Leonhard die vergangenen Jahre damit verbracht, die Rahmenbedingungen zu schaffen, nach denen Führungskräfte heute suchen.
Sein herausragendster Beitrag ist die Unterscheidung zwischen Algorithmen und Androrithmen. Algorithmen sind die maschinellen Regeln, die digitale Systeme steuern. Androrithmen – sein Begriff – sind die menschlichen Eigenschaften, die Organisationen zu verlieren drohen, wenn sie ausschließlich auf Effizienz optimieren: Empathie, ethisches Urteilsvermögen, kreatives Urteilsvermögen, Intuition. Sein „Ten Megashifts“-Rahmenkonzept bildet zehn gleichzeitig wirkende technologische Kräfte als komplexes System ab und nicht als Abfolge isolierter Umbrüche. Es bietet Vorständen eine strukturierte analytische Perspektive statt einer auf einen einzigen Trend beschränkten Erzählung.
Die Glaubwürdigkeit dieser Sichtweise beruht zum Teil auf seiner Erfolgsbilanz. Leonhard war Mitautor des Buches „The Future of Music“ (Berklee Press, 2005), in dem er argumentierte, dass Streaming den Besitz als dominantes Musikmodell ablösen würde – Jahre bevor die Branche dies akzeptierte. Diese frühe, treffende Prognose – die zu einer Zeit abgegeben wurde, als die gängige Meinung in eine andere Richtung wies – unterscheidet seine aktuellen Argumente zur KI von Kommentaren, die erst im Nachhinein aufkommen.
Als Fellow der Royal Society for the Arts in London und Gastprofessor an der Fundação Dom Cabral in São Paulo ist Leonhard sowohl in der akademischen Welt als auch in der Beratungsbranche tätig. Wired UK zählt ihn zu den 100 einflussreichsten Personen Europas. Seine Sichtweise ist ebenso sehr von seiner Karriere als professioneller Musiker und Digitalunternehmer geprägt wie von seinen institutionellen Verbindungen – ein Hintergrund, der ihm die Erfolgsbilanz verleiht, den Verlauf technologischer Umbrüche richtig vorhergesagt zu haben, noch bevor diese offensichtlich wurden.
Wichtige Vortragsthemen
- Künstliche Intelligenz und die Zukunft der Wirtschaft
- Digitale Ethik und KI-Governance
- Technologie und menschliche Werte
- Strategie zur digitalen Transformation
- Szenarioplanung für technologische Umbrüche
- Mensch-Maschine-Beziehungen und organisatorische Entscheidungsfindung
- Nachhaltigkeit und die Zukunft des Kapitalismus
Ideal für
- Vorstände und Führungsteams, die Richtlinien zur KI-Governance festlegen oder Roadmaps zur digitalen Transformation genehmigen
- Chief Digital Officers, CTOs und Technologie-Führungsteams, die nach Rahmenbedingungen für eine verantwortungsvolle KI-Einführung suchen
- Strategie- und Zukunftsforschungsabteilungen, die Szenariopläne zu den kombinierten Auswirkungen technologischer Umbrüche erstellen
- Corporate-Governance-, Risiko- und Rechtsabteilungen, die sich mit neuen KI-Vorschriften und Anforderungen an die digitale Ethik auseinandersetzen
Lernziele für die Teilnehmer
- Ein praktisches Governance-Vokabular zur Entscheidung, welche organisatorischen Fähigkeiten automatisiert werden sollten und welche nicht, basierend auf dem „Androrithms/Algorithms“-Rahmenwerk
- Eine strukturierte Übersicht über zehn gleichzeitig wirkende technologische Kräfte (die „Megashifts“), die Strategie, Betriebsabläufe und Wettbewerbspositionierung gleichzeitig neu gestalten
- Ein Verständnis dafür, wie sich die digitale Ethik von einer Werte-Diskussion hin zu einer Governance- und Regulierungsanforderung wandelt – und was dies für die unternehmerische Rechenschaftspflicht bedeutet
- Ein Szenario-Rahmenwerk (HellVen) für Stresstests, um zu prüfen, ob aktuelle KI-Strategien Ergebnisse liefern dürften, die Vorstände bei genauer Prüfung gutheißen würden
- Eine differenziertere Perspektive auf die kurzfristige Entwicklung der KI, bei der zwischen intelligenter Unterstützung und AGI unterschieden und bewertet wird, welche Prognosen für das nächste Jahrzehnt fundiert sind
Vorträge
Ausgehend von den Themen „Technologie vs. Menschlichkeit“ bietet dieser Vortrag Vorständen und Führungsteams einen Rahmen, um zu entscheiden, in welchen Bereichen KI menschlichen Werten dienen muss, anstatt sie zu ersetzen.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Die Unterscheidung zwischen Algorithmen und Androrithmen und warum Investitionen in menschliche Qualitäten strategisch genauso wichtig sind wie Investitionen in Technologie
- Die ethischen Herausforderungen, die entstehen, wenn Unternehmen Entscheidungsbefugnisse an digitale Systeme delegieren, ohne dass entsprechende Governance-Rahmenbedingungen vorhanden sind
- Eine praktische Perspektive darauf, wie Unternehmen Technologie verantwortungsbewusst einsetzen und gleichzeitig die menschlichen Fähigkeiten schützen können, die ihren Wettbewerbsvorteil ausmachen
In diesem Vortrag wird untersucht, wer die Verantwortung für die Festlegung der Grenzen der Technologie trägt und wie Organisationen die entsprechenden Governance-Strukturen aufbauen können, um dieser Verpflichtung nachzukommen.
Wichtige Erkenntnisse:
- Warum digitale Ethik zunehmend zu einem unverzichtbaren Governance-Thema wird und nicht mehr nur eine freiwillige Werteerklärung ist
- Die Fragen der Rechenschaftspflicht, mit denen Organisationen konfrontiert sind, wenn KI-Systeme Entscheidungen übernehmen, die zuvor von Menschen getroffen wurden
- Praktische Ansätze zum Aufbau ethischer Rahmenbedingungen für die zügige Einführung neuer Technologien
In dieser Sitzung werden die zehn parallel wirkenden technologischen Kräfte (Digitalisierung, Automatisierung, Intelligisierung, Robotisierung und sechs weitere), die Branchen und Unternehmensstrategien neu gestalten, als komplexes System dargestellt.
Wichtige Erkenntnisse:
- Warum die Betrachtung technologischer Umbrüche als Abfolge isolierter Trends zu einer unvollständigen Strategie führt
- Wie man das „Ten Megashifts“-Framework nutzt, um die Anfälligkeit einer Organisation gegenüber komplexen technologischen Veränderungen zu bewerten
- Ein strukturierter Ansatz zum Aufbau einer zukunftsfähigen Organisation, der gleichzeitige, sich gegenseitig verstärkende Veränderungen berücksichtigt
Dieser Vortrag unterscheidet zwischen intelligenter Unterstützung, KI und allgemeiner künstlicher Intelligenz und vermittelt Führungsteams ein realistisches Bild der organisatorischen Auswirkungen im kommenden Jahrzehnt.
Kernaussagen:
- Die praktischen Unterschiede zwischen IA, KI und AGI – und warum eine Vermischung dieser Begriffe zu einer fehlerhaften Strategie führt
- Wie sich KI voraussichtlich im nächsten Jahrzehnt auf Beschäftigung, Entscheidungsfindung und Branchenstrukturen auswirken wird
- Welche Governance-Entscheidungen Unternehmen jetzt treffen müssen, um die Ergebnisse zu beeinflussen, mit denen sie später konfrontiert sein werden